Bio-Höfe noch gesperrt:

Ermittlungen im Futter-Skandal gestalten sich schwierig

Im Landwirtschaftsministerium ist man sehr skeptisch, ob die Verunreinigung des aus Malchin gelieferten Futters aufklärt werden kann.

Der Malchiner Betrieb Fugema lieferte tonnenweise belastetes Biofutter an Landwirte.
Eckhard Kruse/Archiv Der Malchiner Betrieb Fugema lieferte tonnenweise belastetes Biofutter an Landwirte.

Es ist eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Darüber ist man sich im Landwirtschaftsministerium im Klaren. Denn der tatsächliche Grund, wie 500 Tonnen Biofuttermittel auf dem Weg in die Malchiner Fugema-Lagerhallen verunreinigt werden konnten, lässt sich möglicherweise gar nicht finden. 22 Biohöfe in MV dürfen ihre Produkte nicht mehr als „Bio“ vermarkten, weil im Malchiner Tierfutter Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden wurden. Fugema vertraute einer Beprobung eines Lieferanten, nach der nichts zu beanstanden gewesen sei. Dennoch fand das Landesamt in Niedersachsen in einer weiteren Stichprobe bedenkliche Rückstände.

„Es wird jetzt eine sehr ausführliche Untersuchung geben“, betont der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Constantin Marquardt. Und die Agravis Raiffeisenbank AG, Eigentümerin der Fugema, hat den Behörden auch alle Hilfe dabei zugesichert.

Spurensuche im Ausland

Doch der Transportweg war lang. Es ist möglich, dass die Bio-Sonnenblumenkuchen schon in Bulgarien oder in der Ukraine mit Pflanzenschutzmitteln in Berührung kamen. Genauso gut kann das Futter auf dem Schiff oder in einem Laster verunreinigt worden sein, erläutert Marquardt. Vielleicht müsse die Untersuchung aber auch mit dem Ergebnis abgeschlossen werden, das man keine Quelle finden konnte, schätzt der Sprecher ein.

Die rund 500 Tonnen Biofutter sind aber nur ein sehr kleiner Teil der Fugema-Produktion. Der Betrieb verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 175 000 Tonnen Mischfutter und 30 000 Tonnen Mischfutter für den ökologischen Landbau, informierte Bernd Homann, Sprecher der Fugema-Eigentümerin.

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