Eltern sauer:

Gesundheitsamt schickt Vorschüler auf lange Wege

Personalnot oder Sparzwang? Statt des sonst üblichen Besuchs des Amtsarztes vor Ort sollen Teterower Eltern, deren Kinder im Sommer eingeschult werden, mit ihren Kindern zur  Vorschuluntersuchung in die Kreisstadt Güstrow reisen - zu ungünstigen Zeiten.

Stress und lange Wege für die Eltern: Sonst kam der Amtsarzt nach Teterow, jetzt bestellt die Behörde die Kinder zur Vorschuluntersuchung nach Güstrow.
Patrick Pleul Stress und lange Wege für die Eltern: Sonst kam der Amtsarzt nach Teterow, jetzt bestellt die Behörde die Kinder zur Vorschuluntersuchung nach Güstrow.

Da rieben sich manche Teterower aber erstaunt die Augen. Die Eltern der Abc-Schützen des kommenden Schuljahres im Kreis Rostock hatten jetzt die Einladung zur gesetzlich vorgeschriebenen Einschulungsuntersuchung im Briefkasten. Diese erfolgt durch den Kinder- und Jugendarzt des Gesundheitsamtes. Doch anders als in den Vorjahren üblich, findet die Untersuchung nicht in den Kindertagesstätten beziehungsweise zukünftigen Schulen in Teterow statt.

Vielmehr werden die Eltern mit ihren Sprösslingen ins Amt nach Güstrow bestellt. Dazu in einer für Werktätige unrealistischen Zeit von 7.30 bis 14 Uhr, empört sich etwa Stephan Nehls. „Das kostet mich persönlich und andere Eltern einen Tag Urlaub und den Mehrweg von circa 50 Kilometern“, schimpft der Vater. Der einfache Weg, an einem Termin alle Kinder vor Ort zu untersuchen, sei für den Landkreis – Bürgernähe hin oder her – wohl ungangbar, mutmaßt der Teterower. Wobei er sarkastisch anmerkt: „Wahrscheinlich sollte ich mich aber schon glücklich schätzen, meiner gesetzlichen Verpflichtung nicht in Bad Doberan nachkommen zu müssen.“

Arzt-Stelle derzeit nicht besetzt

Dr. Kristin von der Oelsnitz aus dem kreislichen Gesundheitsamt  in Güstrow bestätigt, was den Teterower Vater auf die Palme bringt. Das Ganze sei der personellen Situation geschuldet. Im Amt seien die Stellen eines Arztes sowie einer Arzthelferin derzeit nicht besetzt. Angesichts dieser Umstände habe man sich entschlossen, die Untersuchungen nicht wie bislang vor Ort, sondern zentral vorzunehmen. „Wir haben etwa 1700 Kinder zu untersuchen. Für jedes einzelne ist etwa eine Stunde erforderlich. Dafür steht uns nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung“, rechtfertigt Dr. von der Oelsnitz die amtliche Entscheidung.

Ins Feld führt sie des Weiteren, dass der Check im Gesundheitsamt auch Vorteile mit sich bringe. Sowohl organisatorische, wenn eine Schwester mal für zwei Ärzte tätig ist, als auch für die Untersuchung selbst. „In Schulen und Kitas waren die Bedingungen nicht immer die besten. Manchmal war es laut, manchmal gab es vor Ort keine Liege für die Kinder. Hier haben alle die gleichen Bedingungen. Sie können sich bei den Tests in Ruhe konzentrieren“, versucht sie den Eltern die jetzige Lösung schmackhaft zu machen. 

 

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