Handys bleiben stumm:

Gielower wollen aus dem Funkloch raus

Nichts wünschen sich viele Einwohner mehr, als dass in ihrem Dorf mal ein Handy klingelt. Dass sie nun von einem Mobilfunkanbieter noch weiter vertröstet werden, wollen einige nicht mehr hinnehmen.

Dennis Burmeister ärgert es besonders, dass es in Gielow keinen Handyempfang gibt.
Iris Diessner Dennis Burmeister ärgert es besonders, dass es in Gielow keinen Handyempfang gibt.

Das war ein Schock für viele Gielower. Nach vielen Jahren hatten sie endlich etwas Hoffnung, dass der Bau eines Sendemastes die Funkstille in dem Dorf beenden könnte. Auf Anfrage des Nordkurier hatte ein Vodafone-Sprecher aber wissen lassen, dass Gielow nicht gerade an oberster Stelle der Prioritätenliste stehe und dass es wohl auch in diesem Jahr wieder nichts wird mit dem Handy-Empfang.

Einer, den das so richtig ärgert, ist Dennis Burmeister. Der junge Mann hatte sich vor fünf Jahren mit seiner Familie entschlossen, aus Berlin in seine alte Heimat nach Gielow zurückzukehren. Ein bisschen hat er sich dabei wohl auch auf die vielen Versprechungen der Politik verlassen, was den Ausbau der digitalen und mobilen Technik in Mecklenburg-Vorpommern angeht.

Im Mobilfunkbereich nehme Deutschland europaweit bereits eine Spitzenposition ein, was schnelle, mobile Datenverbindungen angeht, hatte Burmeister im „Kursbuch Netzausbau“ gelesen, das die Bundesregierung bereits vor zwei Jahren veröffentlicht hatte.

Es könne doch aber nicht sein, dass die Netzbetreiber vielleicht sogar der Bundesregierung diktieren, welche Regionen Priorität haben und welche nicht, meint Burmeister. Der Gielower wandte sich deshalb jetzt an den Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg (CDU) mit der Frage, welche Möglichkeiten die Menschen in ländlichen Regionen haben, sich gegen diese Willkür zu wehren.

Auch von der Landespolitik bekommt Vodafone jetzt Post. Der Landtagsabgeordnete Thomas Krüger (SPD) hat in einem Schreiben den Deutschland-Chef des Unternehmens gebeten, möglichst bald eine Entscheidung zu Gielow zu treffen.

„Es geht hier auch nicht nur um den Ort Gielow“, ist unterdessen Dennis Burmeister überzeugt. „Vom geplanten Funkmast würden weitaus mehr Menschen in der Region profitieren.“

 

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