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Glocken-Diebe wieder vor dem Richter

Im zweiten Anlauf erreicht die Verteidigung ihr Ziel. Das Berufungsverfahren um den Diebstahl einer Kirchenglocke muss neu aufgerollt werden.

Wer klaut denn sowas? Eine verschwundene Kirchenglocke beschäftigt die Justiz.
Katja Lenz Wer klaut denn sowas? Eine verschwundene Kirchenglocke beschäftigt die Justiz.

Alles zurück auf Start. Das Berufungsverfahren gegen Danny K. und Marcel W. aus Kronskamp muss neu verhandelt werden. Die beiden werden beschuldigt, am 6. Oktober 2012, mit zwei in der vergangenen Woche verurteilten Kumpanen eine Kirchenglocke vom Friedhof in Groß Ridsenow gestohlen und bei der Jade-Schrotthandel GmbH im Rostocker Überseehafen verkauft zu haben. Laut Anklage hätten sie dafür 1637 Euro erhalten. In der Schrottfirma wurde die Glocke zerlegt.

Die Verteidiger hatten einen zweiten Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin gestellt. Die Schöffin ist Mitarbeiterin einer Wohnungsgesellschaft in Laage und soll den beiden Angeklagten im Vorfeld des Prozesses wegen ihres bewegten Lebens eine Wohnung verweigert haben. Die Verteidiger schlussfolgerten daraus, da sie die Angeklagten und ihre Lebensumstände kennt, würde sie in dieser Sache nicht vorurteilsfrei entscheiden können. Das Gericht wies die Anträge am 12. September zurück.

Die Schöffin stellte danach schriftlich den Antrag, von ihrer Funktion entbunden zu werden. Sie begründete das damit, dass in ihrem Heimatort jeder jeden kennen würde und sie nicht gewillt sei, sich von den Angeklagten vorführen und verbal attackieren zu lassen, wie in der Verhandlung geschehen. Diese Erklärung nutzten die Verteidiger jetzt zu einem erneuten Befangenheitsantrag.

Der Vorsitzende Richter erklärte den Antrag beider Verteidiger wegen der Besorgnis der Befangenheit besagter Schöffin für begründet und setzte die Hauptverhandlung aus. Der Antrag der Schöffin, ihr Amt zur Verfügung zu stellen, wurde jedoch zurückgewiesen. Auch ein hauptamtlicher Richter könne seine Funktion nicht so ohne weiteres aufgeben. Das gelte auch für ehrenamtlichen Richter. Ein neuer Verhandlungstermin mit einer neuen Schöffenbesetzung wurde noch nicht festgelegt.

In einem Urteil vom März 2014 wurden Danny K., Marcel W. und ihre Mittäter des Diebstahls und der Hehlerei für schuldig befunden, aber nur Danny K. erhielt eine Haftstrafe, alle anderen Bewährungsstrafen. Die Rostocker Staatsanwaltschaft legte gegen diese Urteile wegen zu milder Strafen Berufung ein.