Staatsanwaltschaft ermittelt:

Greifvogelhorste zerstört

In der Gemeinde Ivenack sind mehrere Nester von Großvögeln verschwunden. Naturschützer haben auch eine Vermutung, wer dahinter stecken könnte.

Bettina und Norbert Kern hatten schon im vergangenen Jahr einen Horst gefunden, der absichtlich von einem Baum gestoßen worden war.
Eckhard Kruse Bettina und Norbert Kern hatten schon im vergangenen Jahr einen Horst gefunden, der absichtlich von einem Baum gestoßen worden war.

Naturfreunde aus der Gemeinde Ivenack haben die Staatanwaltschaft Neubrandenburg eingeschaltet. Denn sie haben entdeckt, dass fünf Greifvogelhorste in der Nähe eines geplanten Windkraftgebietes in der Gemeinde von einem Jahr auf das andere verschwunden sind. Das belegen Fotos, die sie jedes Jahr machen.

Bei den Nestern handele es sich nach Aussage von Bettina Kern aus Markow unter anderem um zwei Rotmilan-Horste sowie einen Schreiadlerhorst. Beide Arten sind streng geschützt und gelten als Ausschlusskriterium für einen Windpark. Deswegen vermuten die Naturschützer, die auch in der Windkraftkritiker-Partei Freier Horizont aktiv sind, dass die Windkraftlobby bei der Zerstörung der Horste ihre Hände im Spiel haben könnte.

Bereich über Jahre geschützt

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg bestätigte den Eingang der Anzeige, die auf einen kartierten Milanhorst abzielt. "Die Kriminalpolizei wurde beauftragt, in dieser Sache zu ermitteln", sagte Oberstaatsanwältin Beatrix Komning.

Für Experten ist die mutwillige Vernichtung solcher Horste sinnlos. Denn auch nach der Zerstörung würden die Bereiche über mehrere Jahre als geschützt gelten.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!