Teterow:

„Grips statt Gras“: Spendenläufer bringt in Teterow seine Akkus ans Netz

VonMathias GreisertFür ein Jugendprojekt läuft ein Unternehmensberater von Marlow nach München. In Teterow kühlt er seine Blasen und findet die ersten ...

In Teterow fand Kay-Michael Kämnitz (links) die ersten Unter- stützer für seinen Sponsorenlauf nach München. [KT_CREDIT] FOTO: Mathias Greisert

VonMathias Greisert

Für ein Jugendprojekt läuft ein Unternehmensberater von Marlow nach München. In Teterow kühlt er seine Blasen und findet die ersten Unterstützer. Er sucht aber auch Leute mit Ideen.

Teterow.Mit dem Fahrrad wäre es ihm zu einfach gewesen, sagt Kay-Michael Kämnitz. Dass er schon an der zweiten Station seines 900-Kilometer-Marsches die ersten Blasen an den Füßen hat, nimmt der 42-Jährige gelassen. Immerhin hat er sich nach eigenen Angaben den längsten Sponsorenlauf Deutschlands vorgenommen. Am 1. Juni in Marlow aufgebrochen, hat er nach Gnoien mit Teterow sein zweites Etappenziel erreicht. In der Apotheke am Markt hilft man ihm gern mit Blasenpflaster aus.
Kämnitz‘ Projekt: Der gebürtige Barther hat das alte Schullandheim in Marlow übernommen. Auf dem eineinhalb Hektar großen Gelände will er Jugendlichen Raum für kreative Ideen geben. Weil das Gelände zuletzt als Cannabis-Plantage in die Schlagzeilen geraten war, hat er sein Vorhaben mit „Grips statt Gras“ überschrieben. „Ein Mann, ein Marsch, ein Monat“, lacht der Unternehmensberater, „warum also nicht von Marlow nach München?“ Unterwegs will Kämnitz 20 000 Euro sammeln, um die Gebäude auf seinem Areal in Schuss zu bringen. In Teterow erfährt er nicht nur von der Apotheke Unterstützung für sein Anliegen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Frauke Martens sagt ihm spontan eine Spende der Stadt über 50 Euro zu. Und auch im Vodafone-Shop von Ronny Kinne und Anja Wülferling greift Mitarbeiter David Herrmann bereitwillig ins Regal und überlässt dem „Marathon-Walker“ kostenlos ein USB-Netzteil. Das braucht Kay-Michael Kämnitz dringend, damit er von unterwegs Videos und Bilder von seiner einmonatigen Reise auf seine Website und die
Facebook-Fanpage zu „Grips statt Gras“ hochladen kann.
Unter www.kaemnitz-consulting.de können sich nicht nur Sponsoren registrieren lassen, sondern auch Jugendliche aus ganz Deutschland bewerben, die eine kreative Idee haben, die sie mit anderen jungen Menschen teilen wollen. „Ich will da nicht zu viel vorgeben“, sagt Kay-Michael Kämnitz. Die eingereichten Ideen sollten im weiteren Sinne der Bildung Jugendlicher dienen, so seine einzige Bedingung. Dabei könnten Dauerangebote genauso entstehen wie temporäre Workshops oder Feriencamps. Doch erst einmal will er das Geld für die Gebäude erlaufen. Über Berlin, Dresden und Chemnitz will er am 25. Juni München erreichen.

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