Klage auf Schadenersatz:

Gutachter sollen Hüftimplantate prüfen

Nach über einem Jahr Warten hat der Leviner Klaus-Dieter Krauße am Freitag den zweiten Prozesstag zu seiner Schadenersatz-Klage gegen einen Hersteller von Hüft-Implantaten erlebt. Und wieder endete der mit einer großen Enttäuschung.

Nach dem ersten Verhandlungstag im Februar vergangenen Jahres, wurde der Prozess am Freitag fortgeführt.
Gerald Gräfe Nach dem ersten Verhandlungstag im Februar vergangenen Jahres, wurde der Prozess am Freitag fortgeführt.

Im Schadenersatz-Prozess um angeblich mangelhafte Hüftgelenkimplantate sollen jetzt Gutachter eingeschaltet werden. Sie sollen klären, ob die gesundheitlichen Probleme von Klaus-Dieter Krauße aus Levin wirklich auf die Implantate zurückzuführen sind, erklärte Richter Michael Kücken am Freitag am Landgericht Neubrandenburg. So sei unklar, woher die erhöhten Metall-Ionenwerte im Blut des 59-Jährigen kommen. Krauße wurde seit 2009 mehrfach operiert und ist seither erwerbsunfähig. Er sitzt im Rollstuhl und kann nach eigen Angaben nur mit Schmerzmitteln leben.

Der ehemalige Berufskraftfahrer macht seit vier Jahren die englische Tochterfirma des amerikanischen Gelenkherstellers für seine Probleme verantwortlich. „In diesem Fall ist es ein tragischer Verlauf, aber das hat nichts mit der Prothese zu tun“, bekräftige Torsten Sill als Anwalt der beklagten Firma am Freitag. Es handele sich vielmehr um eine „typische Krankenhausinfektion.“ Klaus-Dieter Krauße zeigte sich verärgert über die Aussagen der Implantatfirma. „Ich war vor den Operationen ein gesunder Mensch“, sagte er.

Nun soll Krauße auch Gutachter vorschlagen. Richter Kücken will aber auch selbst an Bundesbehörden und einen Rostocker Verein für Qualitätssicherung bei Implantaten herantreten, um Gutachter zu finden, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Der Prozess soll am 17. Juni fortgesetzt werden.

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