Adler im japanischen Hain umgestürzt:

Harakiri war dieser Frevel sicher nicht

Besucher sind in diesen Tagen eher selten im Japanischen Hain. Und die, die kamen führten Übles im Schilde.

Sorgenvoll blickt Thomas Richter auf die gestürzte Skulptur. Diese wieder aufzurichten bedarf erheblicher Anstrengung.
Eberhard Rogmann Sorgenvoll blickt Thomas Richter auf die gestürzte Skulptur. Diese wieder aufzurichten bedarf erheblicher Anstrengung.

„Den Adler schubst niemand so einfach mal um.“ Thomas Richter steht am Ostrand des Deutsch-Japanischen Hains in Teterow. Vor ihm liegt die deutlich über zwei Meter hohe Skulptur eines Adlers. Das Kunstwerk ist aus einem Robinienstamm gefertigt. Es bringt etliche Zentner auf die Waage. Tags zuvor stand es noch auf seinem Sockel – einem Baumstumpf.

Dass jemand das Kunstwerk willentlich umwarf, daran besteht nach den äußeren Indizien kein Zweifel. Denn die Plastik ist eigentlich mit einer Stahltrosse gesichert. Diese ist am rückwärtigen Hang im Boden verankert. Die dazu dienenden Stahlrohre waren entfernt worden. Der Aufprall des schweren Holzes war so stark, dass einige Steine auf dem Weg zentimetertief  in den Boden gedrückt wurden. 

Enduros im Zen-Garten

Den Holzstamm wieder aufzurichten, erweist sich als ein hartes Stück Arbeit. Das Problem ist weniger, ihn in die Senkrechte zu bringen. Das Trick besteht darin, die schwere Plastik auf den Sockel zu bugsieren. Mit zwei Helfern gelingt es Thomas Richter schließlich. Auch gesichert wird der Adler wieder.

Es ist keineswegs das erste Mal, dass in dem Hain randaliert wird. Schilder wurden schon zerstört, Steinsetzungen zerstreut, hier und da etwas abgerissen. Jugendlich brettern immer wieder mal auf Mopeds und Enduro-Maschinen über die verschlungenen Wege. Der Schaden, den solche Besucher verursachen, ist schwer in Heller und Pfennig zu beziffern. Für die Polizei somit eher eine Bagatelle. Dingfest gemacht wurde soweit bekannt noch niemand, der hier frevelte.