Was macht die Kunst?:

Hier gibt es kantige Wächter aus Holz für Wald und Flur

Der Maler und Bildhauer Wilfried Duwentester aus Görzhausen hat ein arbeitsreiches Jahr vor sich. Er bereitet sich auf eine große Installation zum Thema "Wald" vor.

Wilfried Duwentester bei der Arbeit. Der Künstler höhlt den Stamm einer Esche mittels eines Beitels aus. Das wird der Korpus einer seiner bekannten Wächterfiguren.
Eberhard Rogmann Wilfried Duwentester bei der Arbeit. Der Künstler höhlt den Stamm einer Esche mittels eines Beitels aus. Das wird der Korpus einer seiner bekannten Wächterfiguren.

Gleichmäßige Schläge hallen durch das Atelier. Im Licht der tief stehenden Sonne tanzen kleinste Späne. Es duftet nach frischem Holz. Wilfried Duwentester sitzt auf einem dreibeinigen Hocker. Mittels Schlägel und Stechbeitel höhlt er einen gut zweieinhalb Meter langen Stamm aus. „Es ist Esche. Die ist jetzt überall reichlich zu haben“, klärt er auf.

Aus dem behauenen Holz wird bald schon die Figur eines „Wächters“ erkennbar werden. Es sind jene für Duwentester charakteristischen Skulpturen, die, gebeugt oder sich aufstützend, seltsame Dinge tragen. Neben den „Großen Wächtern“ von über zwei Metern Höhe fertigt der Künstler auch kleinere, die etwa halb so groß sind. Den Grund verrät Duwentester freimütig. „Die Kleinen verkaufen sich besser.“ Diese werden zu Pfingsten in einer Ausstellung im Speicher am Schloss Lelkendorf zu sehen sein. Zehn Stück sind es derzeit an der Zahl. Die Großen sind für ein größeres Projekt vorgesehen.

„Wir werden 2015 eine größere Installation zum Thema ,Wald“ in der Kloster-Schlossanlage Dargun gestalten. Das braucht Vorarbeit. Gezeigt werden großformatige Bilder. Im Innenraum stellen wir Baustämme und eben zehn meiner Wächter auf“, schildert Duwentester das Vorhaben. Dabei beschreitet er auch neue Wegen, was das Malen betrifft. Hier arbeitet er mit seinem Kollegen Helmut Henning aus Grube zusammen. Das wirft Fragen auf. Vierhändig Klavier spielen, ist durchaus üblich. Aber dass zwei gleichzeitig ein Bild malen, ist außergewöhnlich. „Aber äußerst inspirierend“, hält Duwentester dagegen. „Es gibt ein Blatt Papier und zehn Farbtöpfe mit Pinseln. Die Regel lautet: Einer malt mit einer Farbe seiner Wahl etwas. Dann ist der andere dran. Das Bild ist fertig, wenn beide es als solches befinden.“ Das Verfahren habe neben seinem Reiz – die Ideenvielfalt ist quasi verdoppelt – auch seine Tücken. Duwentester verhehlt nicht, dass beide auch schon arge Wutausbrüche hatten. Aber das reinige die Atmosphäre und dann gehe es weiter. Der Vorteil überwiege eindeutig. „Da ist unheimlich viel Spontaneität drin. Es gibt vieles, darauf wäre ich allein nie gekommen.“ Solch geballte Kreativität hat aber auch ihre Kehrseite. Die Ausgestaltung des Skulpturenweges – er verläuft von Görzhausen bis zum Rötelberg bei Burg Schlitz - wird in diesem Jahr klein geschrieben. Bei Besuchern komme das Projekt sehr gut an. „Es ist eine Erfolgsstory. Ich sehe, wie viele sich davon anziehen lassen. Manche Tag ist der Parkplatz auf unserem Privatgrundstück völlig zugeparkt. Es gibt auch zahlreiche Leute, die uns direkt auf die Skulpturen ansprechen. Aber derzeit ist das Geld knapp. Wir sind nur ein kleiner Verein und Eintritt kassieren wir nicht. Schön wäre es, wenn die öffentliche Hand sich zu einem Obolus entschließen könnte“, merkt Wilfried Duwentester an. Denn es bestehe die Absicht, den Skulpturenweg bis Kastorf fortzuführen.