Gerichtstermin:

Im Kampf gegen den Firmen-Riesen

Im Darguner Ortsteil Levin fiebert ein Mann seinem Gerichtstermin in der kommenden Woche entgegen: Vier Jahre lang hat er auf diesen Tag gewartet. Das Gericht soll entscheiden, ob ein mächtiges amerikanisches Unternehmen für den langen Leidensweg von Klaus-Dieter Krauße verantwortlich ist.

Klaus-Dieter Krauße gibt die Hoffnung nicht auf, dass er dem Firmen-Riesen aus den USA im Rechtsstreit besiegen kann. Neun Operationen musste der Mann über sich ergehen lassen.
Bernd Wüstneck Klaus-Dieter Krauße gibt die Hoffnung nicht auf, dass er dem Firmen-Riesen aus den USA im Rechtsstreit besiegen kann. Neun Operationen musste der Mann über sich ergehen lassen.

„Ich bin schon ganz aufgeregt“, bekennt Klaus-Dieter Krauße unumwunden. Vier Jahre lang hat er auf diesen Tag gewartet. Am kommenden Mittwoch soll es nun soweit sein. 4. Februar. Ein erster Tag der Entscheidung im Neubrandenburger Justizzentrum. Dann beginnt die Auseinandersetzung zwischen dem Leviner und den Vertretern einer US-amerikanischen Firma für Medizin-Technik. 

Dieser wirft der ehemalige Berufskraftfahrer vor, mangelhafte Hüftgelenke hergestellt und in Deutschland vertrieben zu haben. Eines davon bekam Krauße eingesetzt. Mit fatalen Folgen: Das Gelenk entzündete seine Knochen und seinen Körper, musste ausgewechselt werden. Die folgenden sechs Jahre verbrachte der Mann zumeist in Krankenhäusern. Viele Monate lang war er ans Bett gefesselt. In diversen Operationen hat der 58-Jährige inzwischen sechs künstliche Hüftgelenke eingesetzt bekommen. Die Schuld an diesem Martyrium gibt Krauße der Firma in den fernen USA.  

In den USA musste das Unternehmen bereits zahlen

Die Chancen auf eine Wiedergutmachung stehen offenbar nicht schlecht: Angeblich mit der Rekordsumme von vier Milliarden Dollar will der Mutterkonzern der US-Firma den Streit über die mangelhaften Hüftimplantate beilegen – wohlgemerkt jenseits des „großen Teiches“. Doch auch in Deutschland, wo rund 5500 Patienten die kritisierten Gelenke einsetzt wurden, mehren sich die Klagen. 

Um dieses Geld geht es Krauße am Mittwoch nicht vorrangig. Er möchte endlich, dass ihm nach jahrelangem Leiden endlich Gerechtigkeit widerfährt. Allerdings ahnt der Mann auch, dass es wohl nicht bei dem Termin am Mittwoch bleiben wird. Eine Vertagung sei zu erwarten.

Wie auch immer: Wer Interesse hat, betroffen oder nicht betroffen, den lädt Krauße zur öffentlichen Sitzung am Mittwoch ein. Er selbst wird mit einem Kleinbus voller Freunde nach Neubrandenburg fahren.

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