Verkehrsführung in Malchow :

Immer mehr Stimmen für Umgehungsstraßen

Den Lärm von gleich zwei Bundesstraßen haben Teterow und Stavenhagen zu ertragen. Deshalb verlangen Bürger jetzt auch hier Entlastungen. Doch wer soll das alles bezahlen?

Mit Unterschriften setzen sich viele Darguner für den Bau einer Umgehungsstraße ein. Kita-Leiterin Hellwig Grapenthin zeigt stolz mehrere ausgefüllte Seiten.
Gerald Gräfe Mit Unterschriften setzen sich viele Darguner für den Bau einer Umgehungsstraße ein. Kita-Leiterin Hellwig Grapenthin zeigt stolz mehrere ausgefüllte Seiten.

Lärm und Abgase schaden der Gesundheit. Da ist sich der Elternrat der Kindertagesstätte „FreiRaum“ am Darguner Markt einig. Die Kita liegt direkt an der Bundesstraße und so startete die Elternvertretung jetzt eine eigene Unterschriftensammlung für den Bau einer Ortsumgehung. „Die ausgelegten Seiten haben sich rasch gefüllt“, berichtet Kita-Leiterin Hellwig Grapenthin. Seit dieser Woche läuft nun auch eine von der Stadtverwaltung initiierte Unterschriftenaktion. Als erste griff Margit Kuhnert zu den von Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) verteilten Listen. Sie sammelte bereits am ersten Tag 20 Zustimmungen für die Darguner Umfahrung.

Dem Verkehrsministerium in Schwerin liegen derweil auch aus anderen Städten der Mecklenburgischen Schweiz erste Bürgermeinungen zu möglichen Umgehungsstraßen vor. Das Ministerium hatte im Juni zu dieser öffentlichen Beteiligung aufgerufen. „Ja, die Ortsumgehung ist notwendig in Stavenhagen“, heißt es da zum Beispiel zum Projekt einer Umfahrung der Bundesstraßen 104 und 194 in der Reuterstadt. Und auch das Ministerium sieht in diesem Vorhaben einen „verkehrlichen Nutzen“. Immerhin liege Stavenhagen im Knotenpunkt zwischen zwei wichtigen Bundesstraßen. Ob eine Umgehung von Stavenhagen allerdings zum Bundesverkehrsplan gemeldet werden soll, ist nach Angaben des Ministeriums noch offen.

Differenzen zwischen Ministerium und Beschwerdeführern

Eher unwahrscheinlich ist, dass die Städte Malchin, Teterow und Gnoien es auf die Liste des Bundesplanes schaffen. Trotzdem liegen dem Ministerium inzwischen auch Bürgermeinungen aus Gnoien (der Nordkurier berichtete) und Teterow vor. Auch in der Bergringstadt würden sich zwei Bundesstraßen kreuzen, an denen ein Drittel der Teterower wohnen würde, heißt es da. „Hunderte Lkw fahren durch die teilweise 90-Grad-Kurven und das fast 24 Stunden am Tag.“ Besonders hoch sei der Anteil ausländischer Lkw, die die Mautpflicht auf den Autobahnen umfahren würden.

Das Ministerium widerspricht. Die Verkehrsbelastung auf den Bundesstraßen 104 und 108 sei in Teterow nicht besonders hoch. Allerdings könne die empfundene Belastung für die Bewohner dennoch enorm sein. „Im Vergleich zu den Kosten einer Ortsumgehung wäre die Wirkung vergleichsweise gering“, meint das Ministerium und empfiehlt andere geeignete Maßnahmen wie etwa Lärmschutzfenster. Auch durch die Sanierung der Fahrbahnen könnten oftmals spürbare Verbesserungen erreicht werden.

Bürgerbeteiligung ist weiter gefragt

Noch bis Anfang September kann man sich mit seinen Anregungen und Stellungnahmen an das Schweriner Verkehrsministerium wenden. Minister Volker Schlotmann (SPD) warnt allerdings vor zu großen Hoffnungen. Der Bund könne nur einen Bruchteil der sinnvollen und wünschenswerten Maßnahmen umsetzen. Bei den Anmeldungen für den Bundesverkehrsplan werde sich das Ministerium deshalb auf eine überschaubare Anzahl festlegen. „Deshalb kann ich nur an alle appellieren, sich rechtzeitig mit guten Argumenten einzumischen“, so der Minister.

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