Üble Gerüche in der Nacht:

In der Reuterstadt stinkts gewaltig

Die Stavenhagener sollten nachts lieber bei geschlossenen Fenstern schlafen. Denn es riecht öfter übel – gerade in den Morgenstunden. Woher der Fäulnis-Gestank kommt, ist noch ein Rätsel. Nach den Ursachen wird geforscht.

Riecht es nachts übel aus dem Kanalnetz? Das soll jetzt untersucht werden. Der Wasser- und Abwasserzweckverband will der Ursache für den unerträglichen Gestank auf den Grund gehen.
Kirsten Gehrke Riecht es nachts übel aus dem Kanalnetz? Das soll jetzt untersucht werden. Der Wasser- und Abwasserzweckverband will der Ursache für den unerträglichen Gestank auf den Grund gehen.

Eigentlich hat Melanie Dango einen festen Schlaf. Doch in den letzten Tagen wird sie nachts immer mal wieder unsanft geweckt. Durch die offenen Fenster im Pfarrhaus dringt beißender Gestank. „Ich werde von diesem penetranten Geruch wach“, sagt sie. Die üble Fäkalien-Duftwolke zieht sich durch die ganze Wohnung. Da hilft nur noch, die Fenster zu schließen und Nase zuhalten. Immer zwischen 4 und 5 Uhr morgens nimmt sie den Fäulnisgeruch wahr, er war aber auch schon spät abends zwischen 22 und 23 Uhr präsent. „Das ist wirklich nicht auszuhalten“, meint sie und würde gern wissen, woher der Gestank kommt. Sie kann nur mutmaßen, dass er aus Richtung Klärwerk herüberweht, aber sie weiß es nicht. Das gehe schon einige Jahre so. Mal mehr, mal weniger.

Inzwischen haben auch Bahnreisende auf der Strecke Neubrandenburg-Malchin von dem Gestank berichtet. Immer wenn sie am Bahnhof auf den Zug im Gegenverkehr warten müssen, kriecht ihnen der Duft in die Nase – das allerdings am Vormittag und am frühen Abend. Wo liegt die Ursache?

Tückischer Ostwind

Für Peter Dammann vom Wasser- und Abwasserzweckverband Malchin-Stavenhagen ist es erst einmal auch ein Rätsel. Er will der Sache auf den Grund gehen. Bisher seien beim Verband noch keine Beschwerden eingegangen, dass es in der Stavenhagener Innenstadt stinkt. Er sei froh, wenn die Bürger sich melden. Je früher desto besser. So könne man gezielt nach der Ursache suchen. Es nütze nämlich nichts, wenn gesagt werde, es stinke schon ein halbes Jahr. Dammann versucht, Anhaltspunkte zu finden. Wenn der Wind aus Richtung Osten kommt, könne es passieren, dass es in der Nähe der Kläranlage riecht. Die Anlage sei aber vollständig abgedeckt. Aber normalerweise hätten sich dann die Gerüche auf der Länge bis zum Stadtzentrum verteilen müssen. Anwohner, die näher dran wohnen, hätten sich sicher gemeldet, glaubt er. Ausschließen könne er indes nicht, dass es aus dem Kanalnetz riechen kann. Wenn sich der Luftdruck ändert, das Wetter von warm auf kalt umschlägt, könnte das eine Ursache sein. Es sei immer wichtig, dass der Zweckverband Hinweise bekommt.

Vor drei Jahren hatte an der B 104 schon einmal eine Wolke übler Gerüche über der Stadt gelegen. Damals war eine Stelle in der Abwasserdruckleitung entdeckt worden, aus der der unerträgliche Gestank entwichen war. Es hatte ein Problem beim Abwassertransport von Malchin nach Stavenhagen gegeben, der gelöst werden musste.

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