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In diesem Dorfladen geht es nicht allein ums Geschäft

VonEberhard RogmannEin Flachbau im Matgendorfer Schlosspark wird zu einer Stätte von Begegnungen besonderer Art. Dass man dort einkauft,baut Hemmnisse ...

Heimbewohnerin Maria G. (rechts) assistiert Christine Tautorat bei der Überprüfung der Haltbarkeitsfristen der Waren im Dorfladen des psychosozialen Heimes Matgendorf.  FOTOs: Eberhard Rogmann

VonEberhard Rogmann

Ein Flachbau im Matgendorfer Schlosspark wird zu einer Stätte von Begegnungen besonderer Art. Dass man dort einkauft,
baut Hemmnisse ab.

Matgendorf.„Dorfladen hinterm Schloss.“ Eine Tafel an der B 108 weist auf die Verkaufsstelle hin, einschließlich der Öffnungszeiten. Das macht Sinn, denn in dem Schloss, das ein Wohnheim für psychisch Erkrankte beherbergt, würden wohl die allerwenigsten einen Laden suchen. Die meisten Kunden brauchen den Hinweis allerdings nicht, sie haben die Einkaufsquelle längst für sich entdeckt. So Hannelore Brinkhof. „Als seinerzeit unser Dorfkonsum zumachte, war das eine Umstellung. Alles musste man aus der Stadt mitbringen. Mit dem Dorfladen im Schloss ist vieles einfacher. Es ist nur ein kurzer Weg, wenn man mal was nicht im Hause hat. Sogar frische Brötchen gibt’s dort.“
Die frischen Brötchen schätzen die Matgendorfer sehr, bestätigt Christine Tautorat. Sie hat die Regie im Dorfladen. Eigentlich leitet sie die Ergotherapie in der Einrichtung. Daran wird ersichtlich, dass diese Verkaufsstelle mehr ist als ein gewöhnliches Geschäft. „Etliche unserer Heimbewohner finden hier eine Beschäftigung. Petra Szupanski beispielsweise bedient. Andere helfen bei der Auffüllung der Regale mit Waren“, erzählt Frau Tautorat. Sogar zum Einkauf nimmt sie Heimbewohner mit. Neben der Betätigung der Heimbewohner geht es der Einrichtung auch darum, mit dem Dorfladen eine Stätte sozialer Kommunikation zu bieten. „Dieser Ansatz ist aufgegangen. Gern setzt sich der eine und andere aus dem Schloss mal dazu, wenn Dorfbewohner im Laden oder auf der Terrasse einen Kaffee trinken. Man plaudert oder tauscht Belanglosigkeiten aus“, berichtet Heimleiterin Maria Schmidt. Die Atmosphäre ist entspannt. Dazu trägt die Ruhe des Schlossparkes mit seinem üppigen Grün bei.
Längst ist der Laden über die Grenzen des Dorfes bekannt. Seit die Verkaufsstelle im Nachbardorf schloss, kommen auch von dort mehr Kunden. Der Aufsteller an der Hauptstraße wird deshalb weiter dort stehen.

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