Spendenaktion ist rechtswidrig:

In Malchin klopft das Finanzamt an

Einige Tausend Euro waren da schon zusammengekommen für eine Heizung des Badewassers im Malchiner Peenebad. Doch nun schaltet sich das Finanzamt ein: So geht das nicht. Und das ist nicht die einzige Spenden-Aktion in der Region, die jetzt geplatzt ist.

Die Neukalener Hafenbrücke sanieren oder das Badewasser in Malchin erwärmen - mit Spenden geht das nicht. Ob sich Teterow mit Spendengeldern eine neue Drehleiter leisten kann, wird noch geprüft.
Torsten Bengelsdorf, Eberhard Rogmann Die Neukalener Hafenbrücke sanieren oder das Badewasser in Malchin erwärmen - mit Spenden geht das nicht. Ob sich Teterow mit Spendengeldern eine neue Drehleiter leisten kann, wird noch geprüft.

Spenden statt Präsente – das hatte sich Malchins Bürgermeister im September 2011 zu seinem 60. Geburtstag gewünscht. Und seiner Bitte waren viele Gäste des Geburtstagsempfangs gefolgt. Am Ende des Tages waren mehr als 4000 Euro für eine Solarheizung im Malchiner Peenebad zusammen gekommen. Eine tolle Idee, fanden auch danach viele Malchiner und überwiesen fleißig weiter Geld auf das Spendenkonto. Wie viel da inzwischen zusammen gekommen ist, weiß keiner so genau. Lediglich wo es liegt, steht fest: Auf dem Konto des Vereins „Für Malchin“, dessen Vorsitzender Bürgermeister Jörg Lange ist.

Anderthalb Jahre nach seinem runden Geburtstag steht nun fest: So geht das alles nicht. Das Finanzamt ließ die Stadt jetzt etwas wissen, worauf man im Rathaus eigentlich hätte auch allein kommen können. Für einen Betrieb gewerblicher Art, und das ist das Schwimmbad, kann man nicht einfach Spenden einsammeln. Selbst dann nicht, wenn alle im guten Willen handelten und doch nur das Badewasser um ein paar Grad wärmer haben wollten. Nun ist die Not groß: Was macht der „Für Malchin“-Verein mit dem vielen Geld? Und vor allem: Wie bringt man das den vielen Spendern bei? Darunter waren auch Betriebe und Institutionen, die auf eine Spendenbescheinigung gehofft hatten. Die können sie nun aber vergessen.

Auch in Neukalen platzt Aktion

Auch bei den Nachbarn in Neukalen ist gerade eine Spenden-Aktion geplatzt, wie Bürgermeister Willi Voß am Mittwoch bestätigte. Einer seiner Vorgänger im Amt, Günter Plagens, hatte für einen neuen Anstrich der Fußgängerbrücke am Neukalener Hafen den Hut herumgehen lassen. Doch die Instandsetzung einer Brücke kann nun mal nicht durch Spenden bezahlt werden, musste sich die Peenestadt belehren lassen. Willi Voß kann aber einmal richtig durchatmen. Anders als sein Amtskollege in Malchin hat er es mit einer überschaubaren Anzahl von Spendern zu tun. „Einer hat 500 Euro gegeben, der zweite zehn. Ich habe das Geld bereits zurück überwiesen“, sagt Willi Voß. Ohnehin ist es bei der Brücke am Hafen nicht einfach mit einem neuen Anstrich getan. Hier muss wohl ein bisschen mehr repariert werden. „Und da reden wir wahrscheinlich dann schnell über 10 000 Euro“, befürchtet Voß.

Es hätten sich allerdings auch Betriebe gemeldet, die helfen wollten. Und da sind die beiden Bürgermeister dann doch wieder ganz dicht beieinander. Sie wollen jetzt Spendenwillige über Sponsorenverträge gewinnen. Allerdings soll diese Variante vorher erst einmal rechtlich geprüft werden, damit am Ende nicht wieder ein Schlag ins Wasser dabei herauskommt. Sollte das Sponsoring funktionieren, könnten den Spendern für die Badewasser-Heizung entsprechende Verträge angeboten werden, stellt sich Malchins Rathaus-Chef vor. Wenn die Einzahler das nicht wollen, bleibt wohl nur die Rückerstattung. „Bis Ende April müssen wir das geklärt haben“, sagt der Bürgermeister.

Noch eine ganz andere Nummer versuchen derweil die Stadtväter in Teterow. Sie wollen für ihre Feuerwehr mit Hilfe von Spenden eine neue Drehleiter anschaffen. Ob das geht, prüft jetzt gerade das Innenministerium.

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