Fördermittel:

Innenminister macht Geld für Basedower Lenné-Park locker

Fast 675 000 Euro Kofinanzierungshilfen wurden jetzt für die Wiederherstellung des Lenné-Parks in Basedow bereit gestellt. Zu den nächsten Projekten gehören die Sanierung einer Brücke am Schloss und des Mühlenteiches.

Blick vom Basedower Schloss.  
Iris Diessner Blick vom Basedower Schloss.  

Was nutzen schöne Fördertöpfe, wenn man sie nicht anzapfen kann? Dieses Klagelied kennen viele Gemeinden. Denn oft fehlen ihnen die Mittel für so genannte Kofinanzierungen. Für Basedow hat das Innenministerium nun 674 426 Euro locker gemacht, um damit weitere Arbeiten am berühmten Lenné-Park zu ermöglichen. „Gärten und Parkanlagen sind neben den Schlössern und Herrenhäusern in unserem Bundesland ein bedeutendes Natur- und Kulturerbe und wichtig für den weiteren Ausbau des Tourismus“, meint Innenminister Lorenz Caffier. Deshalb sei es richtig, solche großzügigen und interessanten Parkanlagen wie in Basedow sorgfältig zu restaurieren.

Klar freut sich Stefan Pulkenat über diese Kofinanzierungshilfe. Sei es doch dadurch möglich, die nächsten Projekte für die Wiederherstellung des Areals rund um das Schloss mit Mühlenteich, Rosengarten und Brücke in Angriff zu nehmen. Der Landschaftsarchitekt setzt sich seit mehr als 30 Jahren für das einmalige Ensemble von Schloss, Park und Dorf ein, das einst von Peter Joseph Lenné und August Stüler geschaffen wurde. Da sei zum Beispiel die Brücke hinter dem Schloss, die dringend in Stand gesetzt werden müsse. Sie sei wegen gravierender Statikprobleme gesperrt und somit könnten Touristen nicht mehr um das Schloss gehen. Aber schlechter Baugrund mache die Angelegenheit nicht nur schwierig, sondern auch teuer. Die Ziermauer am Mühlenteich und der Teich selbst, der zugewachsen ist und dessen Uferkanten ebenfalls kaputt sind, stünden ziemlich weit vorn auf der Prioritätenliste. Der Lenné-Park sei ja nicht nur ein toller Schatz für das Dorf, unterstreicht Stefan Pulkenat. Den zu erhalten, lohne die Anstrengungen. Und die gebe es ja schon länger.

Er erinnert daran, wie in den 80er-Jahren mit dem Aufräumen begonnen wurde. Da habe die LPG im Winter ihre Traktoristen in den Park geschickt. Was beim Ausholzen anfiel, wurde zum Heizen für den Marstall gebraucht, damit die Kartoffeln nicht erfroren, die dort eingelagert waren. „Die Frage, ob ich angesichts des Zustandes, in dem sich der Park damals befand, an eine echte Chance auf Wiederherstellung geglaubt habe, die stellte sich nicht“, meint der Landschaftsarchitekt. Man habe einfach anfangen müssen. Mittlerweile gebe es viele Mitstreiter. Großes Lob zolle er der Gemeindevertretung und dem Bürgermeister. „Dass die sich dieser Aufgabe stellen, das ist nicht selbstverständlich für Gemeinden“, sagt er. Auch der Verein „Geschmücktes Landgut“ engagiere sich sehr. So sei er optimistisch, dass bis 2016, zum 150. Todestag von Lenné, wieder ein Stück mehr geschafft sein wird.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!