Paar vor Gericht:

Invaliden-Rentner sollen Drogengeld gewaschen haben

Die beiden Neukalener sollen die Erlöse aus den Drogengeschäften des Sohnes beiseite geschafft haben. Die Ermittler kamen durch abgehörte Telefonate den Verdächtigen auf die Schliche. Doch ob sich die Vorwürfe beweisen lassen, ist noch nicht ganz raus.

Ein Paar aus Neukalen steht unter Anklage, weil es ein Haus mit Geld aus Drogengeschäften gekauft haben soll.
Daniel Reinhardt Ein Paar aus Neukalen steht unter Anklage, weil es ein Haus mit Geld aus Drogengeschäften gekauft haben soll.

Es ist ein ungeheurer Verdacht: Ein Invaliden-Rentnerpaar aus Neukalen soll ein Jahr lang Geld aus den Drogengeschäften des Sohnes beiseite geschafft haben. Ein Komplize des Drogenhändlers habe, so der Vorwurf, dem 59-jährigen Vater das Geld übergeben. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin stand er jetzt vor dem Demminer Schöffengericht. Der Vorwurf: Geldwäsche.

Verdächtig hatten sich die beiden gemacht, weil sie sich für 25.000 Euro ein Haus gekauft hatten. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass der Vater zum Zeitpunkt des Hauskaufs verschuldet war, ja sogar bereits Pfändungen anstanden. Bei einer Telefon-Überwachung der Drogenhändler sind die Ermittler dann auf Beträge gestoßen, die sich auf den Konto-Auszügen des Paares wiederfanden. Ein Zollbeamter konnte sich vor Gericht erinnern, dass bei den Telefonaten von Geld-Übergaben an das Invaliden-Paar die Rede war. Das funktionierte auch noch, als der inzwischen verurteilte Sohn bereits im Gefängnis saß.

Paar gibt sich ahnungslos

Doch vor Gericht tauchen auch Zweifel an dieser Version auf. Die Verteidigung macht geltend, dass sich die Frau 9.000 Euro für den Hauskauf zusammengespart habe. Der Vater habe zudem 12.000 Euro geschenkt bekommen. Der Vorwurf der Geldwäsche beruhe nur auf Vermutungen, so die Anwälte. Auf der Anklagebank gibt sich das Paar - beide waren mit Krücken in den Gerichtssaal gekommen - ahnungslos.

Klarheit könnten jetzt die Telefon-Aufzeichnungen bringen, die die Verteidigung gern vor Gericht hören möchte. Die Verhandlung ist deshalb erst einmal vertagt worden. Wann sie fortgesetzt wird, ist noch völlig offen, denn das Demminer Schöffengericht zieht wegen der Gerichtsstrukturreform nach Neubrandenburg um. Die Verteidigung hat inzwischen mit Hinweis auf den Gesundheitszustand der beiden Neukalener die Einstellung des Verfahrens beantragt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung