Altes Brauchtum:

Jagdreiter schlagen Bogen um Burg Schlitz

Die traditionelle Schleppjagd ist in diesem Jahr Mathias Stinnes gewidmet, der die Tradition 2001 auf Burg Schlitz wiederbelebte. Doch das Anwesen müssen die Reiter meiden.

Ein seltenes Bild: Anika Markgraf (Mitte) beherrscht das Reiten im Damensattel.
Eckhard Kruse Ein seltenes Bild: Anika Markgraf (Mitte) beherrscht das Reiten im Damensattel.

Munteres Hundegebell, das Schnaufen der Pferde, ein Signalton aus dem Horn – für Jörg Markgraf ist Jagdreiten die ultimative Form des Pferdesportes. Jedes Jahr ist er mit seiner Foxhound-Meute unterwegs. Im Herbst steuert die Saison auf ihren Höhepunkt zu. „Eine Schleppjagd reiten wir noch in Brück, das ist an der Grenze zu Thüringen. Dann konzentrieren wir uns auf den 26. November. Das ist unsere traditionelle Jagd rund um Burg Schlitz“, kündigt Markgraf an.

Die lange Vorbereitung hat ihren Grund. In der letzten Oktoberwoche findet in Nienhagen ein Trainingslager statt. Da können Reiter sich mit den Bedingungen einer Schleppjagd vertraut machen. „Unser Anliegen ist es, möglichst jedem, der es wünscht, diesen Sport nahe zu bringen“, betont er. Mancher traue sich nicht, auf Anhieb im großen Tross hinter der Meute mitzureiten. Da sei ein solches Training hilfreich, um sich an den Umgang mit der Hundemeute zu gewöhnen, die Kondition im Springen zu stärken und die Regeln beim Parforceritt zu verinnerlichen.

In diesem Jahr wird diese Schleppjagd dem Gedenken an Mathias Stinnes gewidmet, der im Januar gestorben war. Der einstige Besitzer von Burg Schlitz hatte diese Tradition 2001 wieder aufleben lassen. Er knüpfte an das Brauchtum des Grafen von Bassewitz an, der ab 1849 diesem Sport frönte. Um das Gelände des Schlossparks, das Filetstück dieser Jagden, schlagen die Reiter indes einen Bogen. „Mit dem neuen Schlosseigentümer ist diesbezüglich kein Auskommen. Das muss man hinnehmen“, so Markgraf. Der Sache tue das keinen Abbruch. „Wir haben ein tolles Gelände, kleinteilig und abwechslungsreich. Ich bin sicher, die Gäste, die aus ganz Deutschland anreisen, werden auf ihre Kosten kommen.“

Etwa 50 Reiter werden der Foxhound-Meute folgen. Start ist am Schafstall in Karstorf. Standesgemäß klingt die Jagd mit einem französischen Abend im Schlosshotel Schorssow aus.

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