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Jetzt gehen die Nazis auf Rentner los

Rechte Schmierer haben ein Seniorenheim ins Visier genommen. Anwohner und Bürgermeister sind entsetzt.

Die alte Schule von Neukalen wird derzeit zur Senioren-Residenz umgebaut. Foto: Torsten Bengelsdorf
Die alte Schule von Neukalen wird derzeit zur Senioren-Residenz umgebaut. Foto: Torsten Bengelsdorf

Schock am Freitagfrüh in Neukalen: Am Giebel der alten Schule hatten Unbekannte in der Nacht auf zehn Meter Länge mit dunkler Farbe etwas Ungeheuerliches geschmiert: „Schulen statt Sterbehäuser“ stand hier geschrieben - an jenem Gebäude, in dem künftig Senioren wohnen sollen. Auf der Hofseite des Hauses wurden zudem zwei Hakenkreuze entdeckt. Nachdem es schon seit Jahren keinen Unterricht mehr in dem Schulhaus gibt, wird es seit einigen Wochen umgebaut und es werden altersgerechte Wohnungen eingerichtet.

Entsetzt über die Schmierereien zeigte sich am Freitag Neukalens Bürgermeister Willi Voß (CDU). „Das Gebäude steht seit Jahren leer. Jeder hat begriffen, dass hier nie wieder eine Schule einziehen wird. Und jeder freut sich, dass hier jetzt altersgerechte Wohnungen hineinkommen“, sagt der Bürgermeister.

In Neukalen ist jetzt aber nicht nur der Ärger über die hässlichen Schmierereien ziemlich groß. Sorge bereitet vor allem, dass nun offenbar rechte Kräfte zum ersten Mal die Kleinstadt entdeckt haben. So kann sich Bürgermeister Voß nicht erinnern, dass es in seiner Stadt in jüngster Vergangenheit schon einmal Nazi-Schmierereien gegeben habe. Vor einer Wahl sei allerdings einmal das Rathaus bepinselt worden - die Tat wurde aber eher linken Kräften zugeschrieben.

Der Eigentümer der alten Schule hat inzwischen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Polizei ermittelt zudem wegen des Verwendens von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen.