Kampf der Gipfel:

Hardtberg oder Schlanker Berg höher?

Wo liegt der höchste Berg der Mecklenburgischen Schweiz? Im Schweriner Vermessungsamt glaubt man der aktuellen Karte - auch wenn die Daten aus den 60er-Jahren stammen. Derzeit misst das Amt vom Flugzeug aus nach.

Auf dem Schlanken Berg. Der ehemalige Revierförster Milkereit kennt den Weg durch den Wald.
Eckhard Kruse Auf dem Schlanken Berg. Der ehemalige Revierförster Milkereit kennt den Weg durch den Wald.

 Liegt der höchste Gipfel der Mecklenburgischen Schweiz nun im Altkreis Malchin oder Teterow? Diese Frage ist immer noch unbeantwortet, seit Zweifel zu Tage kamen, dass nicht der Hardtberg bei Pohnstorf (Altkreis Teterow), sondern der Schlanke Berg bei Hagensruhm (Altkreis Malchin) weiter in den Himmel ragt.

Mitunter ist der Schlanke Berg ein bis drei Meter höher eingezeichnet als sein Konkurrent. In anderen Dokumenten hat der Hardtberg mit seinem Funkturm die Nase vorn. Zwischen 121 und 125 Metern sollen sie hoch sein - mal der eine, mal der andere. Und es bleibt die Frage: Warum gibt es in der Neuzeit kein einheitliches Kartenwerk?

Das kann Jörg Schaffer vom Amt für Innere Verwaltung in Schwerin nicht genau sagen. Der Fachmann vom Vermessungsamt weiß nicht, woher die Kartenhersteller ihre Daten beziehen. Er kann aber das Wirrwarr verstehen und hat auch zwei Kartenausschnitte parat. Und tatsächlich: In einem preußischen Messtischblatt von 1884 ist der Schlanke Berg als der höhere ausgewiesen - er misst darin 125 Meter. Der Hardtberg ist nur 122,3 Meter hoch.

Heute ist es anders herum: „Die aktuellen Karten weisen für den Hardtberg eine Höhe von 124,7 Metern und für den Schlanken Berg eine Höhe von 123,7 Metern aus“, erläutert Jörg Schaffer. Die Daten stammen allerdings aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie sind dennoch die aktuellsten und sind in den amtlichen Karten des Schweriner Amtes ausgewiesen.

Die unterschiedlichen Höhen des Hardtbergs könnten aber auch daher rühren, dass die Vermesser auf verschiedenen Gipfeln gemessen haben, vermutet Schaffer. Denn 1884 ermittelten sie den höchsten Punkt auf dem westlichen „Gipfel“. In den 60er Jahren erkoren die Fachleute hingegen den östlichen „Gipfel“ aus. Beide liegen nur knapp 100 Meter auseinander.

Doch letzte Zweifel könnten bald ausgeräumt sein. Denn das Vermessungsamt erstellt gerade ein präszises Höhenmodell für die Landesfläche. Laser tasten aus dem Flugzeug die Erdoberfläche ab. Solange sollte man auf die Daten aus den 60er-Jahren vertrauen, meint Schaffer.

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