Umweltschutz:

Kanal wird zum Fischfriedhof

Fließgewässer müssen nicht zuletzt wegen des Hochwasserschutzes regelmäßig „aufgeräumt“ werden.  Doch was die einen als Pflege ansehen, ist in den Augen anderer purer Umweltfrevel. Ganz verheerend soll der jetzt an der Teterower Peene sein.

Vor einigen Jahren wurde für viel Geld am Ausfluss des Teterower Sees eine Fischtreppe errichtet. Allein an Fischen könnte es bald mangeln. Die fallen Aufräumarbeiten zum Opfer.
Eberhard Rogmann Vor einigen Jahren wurde für viel Geld am Ausfluss des Teterower Sees eine Fischtreppe errichtet. Allein an Fischen könnte es bald mangeln. Die fallen Aufräumarbeiten zum Opfer.

„Es ist jedes Mal eine Tragödie.“ Die Stimme des Mannes am Lesertelefon klingt regelrecht mitgenommen.  Erst kürzlich, so erzählt er, sei die Mahd im Peenekanal beendet worden. Dieser verbindet den Teterower See mit der Peene, in die er einige Hundert Meter nordöstlich von Alt Sührkow mündet. „Da wird im Fluss gemäht, das ist ja in Ordnung. Doch der Bagger schürft bis auf die Sohle und schmeißt alles auf das Ufer – Schilf und Kraut, aber auch Muscheln, Krebse und Fische. Da kommen die Leute aus dem Dorf mit Eimern und sammeln die größten einfach ab. Den Rest holen sich die Vögel“, schildert der Leser.

Natürlich habe er den Maschinisten auf dem Bagger angesprochen. Doch der winkte nur ab. Er habe sein Tagespensum zu erledigen, sagte der Mann. Auch an den Wasser- und Bodenverband habe er sich gewandt, berichtet er weiter. „Passiert ist aber nichts. In diesem Jahr lief das hier wieder ganz genauso ab, wie im vorigen“, lautet die resignierte Feststellung.

Das Amt gibt sich unschuldig

Für das Gewässer zuständig ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock die Regie. Dezernent Oliver Ohde kennt die Probleme. „Das ist eine schwierige Arbeit. Der Maschinist auf dem Bagger greift mit dem Mähkorb ins Trübe. Da kommt es vor, dass er in den Boden gerät.“ Deshalb sei mit den Firmen, welche die Instandhaltungsarbeiten ausführen, vereinbart, dass lebende Tiere im Aushub abgesammelt und wieder ins Wasser gesetzt werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis wird das offenbar häufig unterlassen. Immerhin sind damit ein höherer Aufwand und folglich größere Kosten verbunden. Ohde weist jedoch darauf hin, dass erst kürzlich durch seine Behörde die Firmen entsprechend geschult wurden. „Wir haben mit den Unterhaltungsfirmen mehrjährige Verträge. Bei der Neuausschreibung achten wir verstärkt auch auf umweltschonende Technologien“, versichert der Dezernent für Wasserbau und Hochwasserschutz.