Lohnerhöhung bei knapper Kasse:

Kann sich Teterow seine Kita noch leisten?

Gerade im März bekamen die Kita-Erzieher in kommunalen Kitas eine Lohnerhöhung. Mit den neuerlichen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverband kommen nun erneut Kosten auf den Teterower Haushalt zu. Eventuell wird es auch für die Eltern teurer.

Die Erzieher der Kita "Nordlichter" würden sich sicherlich über eine Lohnerhöhung freuen. Aber die Stadt Teterow hat da kaum finanziellen Spielraum.
Eckhard Kruse Die Erzieher der Kita "Nordlichter" würden sich sicherlich über eine Lohnerhöhung freuen. Aber die Stadt Teterow hat da kaum finanziellen Spielraum.

Noch sind die Verhandlungen um die Erziehergehälter an kommunalen Kindergärten in Deutschland nicht zu Ende geführt. Doch in der Stadt Teterow weiß man schon jetzt, dass ein ganzer Batzen an Mehrkosten auf den Stadtkasse zukommen wird. Wenn es bei den Forderungen von 10 Prozent mehr Lohn bliebe, würde das zwischen 80000 und 85000 Euro Mehrkosten bedeuten, verdeutlicht die zweite Stadträtin Frauke Martens, zu deren Aufgabenbereich auch die kommunale Kita gehört. Denn die Personalkosten für die 23 Erzieherinnen und eine Leiterin der Einrichtung "Nordlichter" belaufen sich momentan auf etwa 800000 bis 850000 Euro. Diese Erhöhung müsste die Stadt Teterow genauso berücksichtigen wie die Lohnerhöhung um 2,1 Prozent im März dieses Jahres.

Müssen Eltern mehr Geld bezahlen?

Auch wenn die Erhöhung nach der Schlichtung nur 40000 bis 60000 Euro beträgt, wie Frauke Martens aus früheren Erfahrungen erwartet, wird diese schwer zu finanzieren sein. Denn die Stadt Teterow musste schon wegen dauerhaft klammer Kassen ein Haushaltskonsolidierungskonzept erstellen und hat in diesem Jahr zur Kostensenkung sogar schon sieben Papierkörbe einsparen müssen. "Wir sind nur eingeschränkt leistungsfähig", sagt Frauke Martens. "Es ist auch möglich, dass wir die Platzkosten vom Landkreis neu bestimmen lassen müssen." Dann müssten unter Umständen auch die Eltern mit einer Erhöhung ihres Anteils rechnen. Aber noch weitere Kosten drohen der Stadt. Denn sie beteiligt sich auch an den Kosten von Schulsozialarbeitern. Für die wird es wohl bei den Verhandlungen auch eine Lohnsteigerung geben.

Doch ungeahnt dieser Schwierigkeiten steht für den Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) fest, dass die Kita in städtischer Hand bleiben wird. "Es ist nicht beabsichtigt, sie zu verkaufen", betont er. An den bundesweiten Streiks würden sich die Erzieherinnen der "Nordlichter" nicht beteiligen. "Die Erzieher wissen, dass sie besser bezahlt werden, als Erzieher in anderen Einrichtungen der Stadt", nennt Frauke Martens einen möglichen Grund.