Leere Stadtkassen in Malchin und Gnoien:

Kaum noch Geld für Stadtfeste

Mit gerade einmal 3500 Euro unterstützt die Stadt Malchin am Wochenende das Altstadtfest. In Gnoien fällt die Summe zum Mühlenfest noch geringer aus. Was können die Besucher da eigentlich noch von den Stadtpartys erwarten?

Nach dem Stadt- und Vereinsfest in Neukalen am Wochenende bereitet Heiko Baum nun die nächste große Party vor: In Malchin wird ab Freitag das Altstadtfest gefeiert.
Torsten Bengelsdorf Nach dem Stadt- und Vereinsfest in Neukalen am Wochenende bereitet Heiko Baum nun die nächste große Party vor: In Malchin wird ab Freitag das Altstadtfest gefeiert.

Die Malchiner werden sich erinnern: Letztes Juni-Wochenende? Da war doch immer was. Genau. Altstadtfest. In diesem Jahr ist es bisher noch recht ruhig um Malchins großes Party-Wochenende geblieben. Erst in den vergangenen Tagen tauchten einige Plakate auf. Seit Montag nun bauen die Schausteller auf dem Parkplatz in der Dressel-Straße ihre Vergnügungsgeschäfte auf. Große Sprünge kann Veranstaltungsmanager Heiko Baum aber nicht machen mit dem Etat, der ihm für das Stadtfest zur Verfügung steht. Der 39-Jährige aus Burow veranstaltet zum ersten Mal das Malchiner Altstadtfest. Dafür drückt ihm das Rathaus gerade einmal 3500 Euro in die Hand. Dieses Geld wird wohl nicht einmal für den Freitagabend reichen. Heiko Baum holt dann eine Kult-Band des Ostens auf den Malchiner Marktplatz – die Gruppe Berluc.

Etwas großzügiger war das Rathaus, als Ende Mai das Europart-Treffen mit Jugendlichen aus den Partnerstädten Szerencs und Hesperingen über die Bühne ging. Zwischen 28 000 und 30 000 Euro stellte die Stadt für das Treffen bereit, von dem die meisten Malchiner gar nichts mitbekommen hatten. „Kurioserweise haben wir diesmal weder Fördermittel vom Land, noch vom Kreis bekommen“, gesteht Bürgermeister Jörg Lange (parteilos) ein. Dass das Stadtfest nun mit einem Bruchteil der Summe der Europart-Sause auskommen muss, das hätten letztendlich die Stadtvertreter so beschlossen, erklärt der Bürgermeister.

Keine Sponsoren für die Party

Heiko Baum muss nun sehen, dass er über die Standgebühren der Händler, Versorger und Schausteller noch Geld für das Fest zusammenbekommt, doch zu hoch dürfe diese Abgaben auch nicht ausfallen. Sponsoren für das Party-Wochenende hat er keine. „Vieles hängt vom Wetter ab. Wenn das nicht richtig mitspielt, dann freut man sich schon, wenn man mit plus, minus null aus der Sache herauskommt“, sagt Heiko Baum. Warum hat er sich dann aber das Stadtfest aufgenackt? „Wenn sich keiner mehr vor den Karren spannt, dann wird es vielleicht gar kein Stadtfest mehr geben“, meint er. Dass sich die Stadt ziemlich knauserig zeigt, nimmt er dem Rathaus nicht übel. Die Zusammenarbeit sei bisher ganz gut gewesen. Auch Stadtbauhof und Feuerwehr würden immerhin das Fest unterstützen. Beim Programm hat sich denn auch im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas geändert. „Warum soll ich etwas abschaffen, was funktioniert hat. Und mit dem Budget kann ich ohnehin nicht viel Neues erfinden.“ Ob das Stadtfest für ihn eine einmalige Sache bleibt oder er sich im nächsten Jahr wieder bewirbt, könne er noch nicht sagen.

Noch bescheidener als in Malchin fällt das Budget in Gnoien aus, wo ebenfalls am kommenden Wochenende gefeiert wird. Mit 2000 Euro unterstützt die Warbelstadt das Mühlenfest.  Hans-Georg Schörner vom Festkomitee kann dennoch damit leben. „Wir sind darauf eingestellt. Der Betrag hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert.“ So mancher Euro kommt hier allerdings über Sponsoren zusätzlich in die Kasse. Die Besucher tragen ebenfalls ein Scherflein bei. Eintritt wird traditionell nicht kassiert, aber kleine Souvenirs werden verkauft. In diesem Jahr sind es Schlüsselanhänger.

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