Schulentwicklung:

Kehrtwende: Weiter Abi am Wasserturm

Die Abiturstufe in Stavenhagen ist offenbar gesichert. Das haben die Reuterstädter jetzt jedenfalls festgeschrieben vor sich liegen. Doch war da nicht mal etwas mit Konkurrenz zu Malchin?

Die Schulplanung des Kreises sieht für die Gesamtschule Stavenhagen positiv aus.
Eckhard Kruse Die Schulplanung des Kreises sieht für die Gesamtschule Stavenhagen positiv aus.

Als die Reuterstadt vor Jahren in ihrer Gesamtschule den gymnasialen Teil einrichtete, schlugen viele die Hände über den Kopf. Von Konkurrenz zum nahen Gymnasium Malchin war die Rede. Das alles scheint plötzlich kein Thema mehr. Jahrelang sei behauptet worden, dass es Stavenhagen nicht schaffen würde. Nun die Kehrtwende um 180 Grad.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geht in seiner Schulentwicklungsplanung plötzlich von ganz anderem aus. Das verkündete Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) am Mittwochabend im Hauptausschuss. „Die Abiturstufe ist gesichert“, sagte er. Das sei festgeschrieben. Da gebe es kein Problem mehr.

Stadtpräsident Klaus Salewski (Linke) glaubte zu wissen, warum. Der neue Kreis nämlich gehe jetzt ganz anders an die Schulentwicklungsplanung heran als der damalige Landkreis Demmin. Früher sei davon gesprochen worden, dass Malchin und Stavenhagen konkurrieren, sich gegenseitig die Schüler wegnehmen. „Jetzt wird eher eine Konkurrenz zwischen Malchin und Demmin befürchtet“, so Mahnke.

Stadt will ein größeres Einzugsgebiet für die Schule

Doch das sehen die Beteiligten nicht so. Die Standorte liegen viel zu weit auseinander, meinte Iris Dürfeld, stellvertretende Schulleiterin des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin. Für sie gebe es keine Probleme. „Es ist alles gesichert, die Zahlen sind stabil“, betonte sie. Man sei sogar optimistisch, weil die Geburtenjahrgänge einen Trend aufwärts zeigen.

Momentan lernen etwa 300 Gymnasiasten in Malchin. Die Zahl werde stabil bleiben, es könnten sogar noch Klassen hinzu kommen. Stavenhagen und sie, das seien andere Schularten. „Jeder hat seine Besonderheit“, so Iris Dürfeld. Auch in Demmin nimmt man die Debatte noch gelassen. Mit Malchin komme man sich nicht ins Gehege, so Dirk Kollhoff, Schulleiter des Goethegymnasiums. Bis 2023 werde die Schule ausreichend Schüler haben.

Dass es gut aussieht, konnte für Stavenhagen auch Bernd Mahnke berichten. Der Bedarf am gymnasialen Teil der Gesamtschule sei stetig gestiegen. Die Sekundarstufe II sei schon zweizügig. Derzeit würden 609 Schüler aus 33 Gemeinden in der Schule lernen. Für den Prognosezeitraum von zehn Jahren werde von einer Schülerzahl von 600 bis 640 ausgegangen. Aufgrund der hohen Nachfrage, auch über den Einzugsbereich hinaus, wolle man den Landkreis jetzt sogar auffordern, den Einzugsbereich der Schule im Plan zu erweitern.