Personalmangel:

Kfz-Zulassung lässt Frau fast sechs Stunden warten

Die Kfz-Zulassungsstelle in Güstrow lässt zurzeit die Kunden schwitzen. Bei mehreren Stunden Wartezeit unter hochsommerlichen Bedingungen staut sich viel Stress und Ärger an. Abhilfe scheint auf die Schnelle nicht in Sicht.

Der Weg, bis das TET endlich am Auto prangt, kann mit Hindernissen gepflastert sei, wie eine Frau jetzt in der Kfz-Zulassungsstelle Güstrow leidvoll erfahren musste.
Torsten Bengelsdorf Der Weg, bis das TET endlich am Auto prangt, kann mit Hindernissen gepflastert sei, wie eine Frau jetzt in der Kfz-Zulassungsstelle Güstrow leidvoll erfahren musste.

Als sich Marie-Luise Ludwig aus Sukow dieser Tage zur Kfz-Zulassungsstelle nach Güstrow aufmachte, wollte sie möglichst gleich zur Öffnung dort sein. Das schaffte sie auch fast und zog im Warteraum ihre Nummer – die 36. Als gegen 8.45 Uhr die Nummer drei an die Reihe kam, überschlug sie kurz und stellte sich darauf ein, am späteren Vormittag ihr Anliegen erledigt zu haben.

Eine bittere Fehlkalkulation, wie sich erweisen sollte. „Bis 13 Uhr war die Nummer 32 an der Reihe. Dann ging’s in die Mittagspause. Aber da hatten die Mitarbeiter schon länger gearbeitet. Und trotzdem saßen neben mir noch 19 Leute im Warteraum“, schilderte Frau Ludwig am Lesertelefon des Nordkurier. Nach fünfeinhalb Stunden Wartezeit, kam sie an die Reihe. „Die Mitarbeiterin war sehr freundlich und kompetent. Mein Anliegen war in weniger als einer Viertelstunde erledigt“, berichtet die Sukowerin.

Autohändler kommen mit Aktentaschen voll Anträgen

Eine Hauptursache für die völlig unangemessene Wartezeit liegt nach ihrer Ansicht darin, dass zwischendurch immer wieder Autohändler abgefertigt werden. Die gingen dort mit einer Aktentasche voller Anträge rein und kämen kaum unter einer halben Stunde wieder raus. An besagtem Vormittag seinen es sieben gewesen, berichtet Frau Ludwig. Da wäre es doch ratsam, diese Geschäftskunden aus dem Strom der Privaten herauszulösen und ihnen eine gesonderte Abfertigung zu bieten, schlägt sie vor.

Genau das ist eigentlich längst realisiert, wie Kreissprecher Michael Fengler versichert. „Die Aufteilung der Kunden nach Privatleuten und Gewerbetreibenden ist bereits umgesetzt, kann wegen der Personalknappheit derzeit jedoch nicht vollständig gewährleistet werden. Die Zulassungsstelle hat festgelegt, dass Mitarbeiter aus beiden Bereichen im jeweils anderen unterstützen, wenn sie gerade keine Kunden haben. Damit sollen Situationen, wie sie Frau Ludwig erlebt hat, möglichst vermieden werden.“ Der Landkreis bittet Betroffene, die ungewöhnlich lange Wartezeiten zu entschuldigen. Die akute Personalnot sei der Urlaubszeit und Erkrankungen geschuldet.