Storchenmutti voll Sorge und Hoffnung:

Klappa und Pippi, wo seid ihr nur?

Brudersdorf war bei Störchen einmal sehr beliebt. Bis zu fünf Paare brüteten hier. Doch nach 2012 nisteten keine Störche mehr am Dorfrand. Doch eine Frau lässt nicht locker und hat den Tieren ein neues Heim bereitet.

Vor drei Jahren sorgten „Klappa & Pippi“ mit ihrem Nachwuchs für Aufregung in Brudersdorf. Doch sie kehrten nach dem Winter nicht zurück.
Gerald Gräfe Vor drei Jahren sorgten „Klappa & Pippi“ mit ihrem Nachwuchs für Aufregung in Brudersdorf. Doch sie kehrten nach dem Winter nicht zurück.

Schon immer habe sie sich Störche in ihrem Dorf gewünscht, sagt Ingrid Bergmann. In ihrer Kindheit hat sie zeitgleich fünf brütende Paare in ihrem Heimatort an der Trebelniederung erlebt. Doch im Jahr 2002 verwaiste das letzte Nest. Das lieb gewordene Klappern in luftiger Höhe verstummte. Doch als die Überlandleitungen in die Erde versenkt wurden, sprach Ingrid Bergmann den Energieversorger wegen des Mastes in ihrem Garten an, der nun ja nicht mehr benötigt wurde. Die Firma schenkte ihr den Mast und brachte auch gleich noch eine Nesthilfe hinauf: das ausgediente Rad eines Rollregners nebst Korb.

Nach drei Jahren Warten kam im Mai 2012 endlich der lang ersehnte Besuch: „Klappa“ und „Pippi“, so wurden die beiden Gäste aus Afrika rasch getauft, ließen sich nieder. Sie brüteten und zogen drei Jungtiere auf. Vor dem Winter floh das Quintett gen Süden – und kehrte nicht wieder in seine Heimat zurück. „In den letzten beiden Jahren ließen sich die Störche nur ganz kurz einmal blicken“, hatte die „Storchenmutti“ beobachtet.

Ein Bett aus Heu und Zweigen

Doch die Frau ließ nicht locker. Wieder wandte sie sich an das Unternehmen E.ON edis. In der Malchiner Niederlassung war man bereit, ihr zu helfen. „Hier hat man mir sofort Unterstützung zugesichert und die kam auch prompt.“ Und das auch noch kostenlos.

Der Energieversorger schickte einen Kran nebst Besatzung. Der alte Horst in zwölf Metern Höhe wurde komplett abgetragen. Der war bereits verrottet und hatte einen hohen Bewuchs. „Den neuen Korb habe ich noch mit Zweigen verflochten und mit Heu und Zweigen gefüllt“, schwärmt Ingrid Bergmann für das frisch hergerichtete „Storchenbett“ in luftiger Höhe im Garten hinter ihrem Haus. Nun schweift ihr Blick immer wieder dort hinauf – in der Hoffnung, dass sich bei den wärmeren Temperaturen schon bald die weiß-schwarz gefiederten Vögel einstellen.