Wann kommt die Flut?:

Klinik-Neubau bringt Hochwasser-Gefahr

Tanzende Gullydeckel – so manchem Teterower ist die Flut in der Innenstadt noch in schlechter Erinnerung. Die Gefahr ist längst nicht gebannt. Im Gegenteil, die Situation hat sich zuletzt weiter verschärft.

Nur bitte keinen Regen: In Teterow ist das letzte Hochwasser schon eine Weile her. Doch die Gefahr auf eine Neuauflage wächst.
Marcus Führer Nur bitte keinen Regen: In Teterow ist das letzte Hochwasser schon eine Weile her. Doch die Gefahr auf eine Neuauflage wächst.

Ein höchst neuralgischer Punkt ist die Einmündung der Schiller- auf die Goethestraße in Teterow. Die Gefahr lauert unter dem Beton des Straßenpflasters. Genau gesagt – im unterirdischen Kanal, der das Abwasser transportiert. Der ist einem wirklich starken Regenschauer nicht gewachsen.

Das führte vor Jahren schon einmal zum Wasser-Chaos. Teterower erinnern sich an den 18. Juni 1981. Damals öffneten sich die Schleusen des Himmels und ließen innerhalb weniger Stunden eine Flut in die Tiefe stürzen. Die Auswirkungen eines solchen Sturzregens könnten heute an eben dieser Stelle noch deutlich schlimmer sein. Das ist dem Krankenhausneubau in der Schillerstraße geschuldet.

Damals, als die Flut von oben kam, staute sich das Wasser in der Kanalisation, Schächte verwandelten sich in Springbrunnen. Der Druck war so groß, dass zentnerschwere Gullydeckel auf Fontänen tanzten. Bei ähnlichen Verhältnissen heute dürfte sich das Wasser noch stärker stauen. Das einstige Grünland an der Klinik ist infolge des Baus auf gut 2000 Quadratmetern versiegelt. Das Oberflächenwasser kann nirgendwo anders abfließen, als in die Kanalisation. Die aber ist hier auf dem Stand der 1980er Jahre.

Für die Stadt wird es jetzt teuer

„Hier können wir nicht länger zögern. Auf diesem Abschnitt muss endlich auch die Trennkanalisation kommen“, sagt Klaus Reinders. Der Betriebsführer des Zweckverbands Wasser/Abwasser „Mecklenburgische Schweiz“ verhehlt nicht, dass er froh darüber ist, dass dieser Sommer der Stadt keinen starken Regenguss bescherte.

Im kommenden Jahr werde es hier zu Potte gehen, versichert Reinders. Da bestehe Einigkeit mit der Stadt. Die muss die Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn übernehmen. Wenn man hier schon den Beton aufmeißelt, werden auch gleich Trinkwasser, Gas und die Leitung für die Straßenbeleuchtung erneuert.

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