Rätsel wohl gelöst:

Klinik soff vor 35 Jahren ab: War etwa eine Wurzel Schuld?

Die Bauarbeiten in der Goethestraße liegen im Zeitplan. Zwar gab es keinen Sturzregen, aber aus der Tiefe kam es trotzdem mächtig nass. Und es wurde eine erstaunliche Entdeckung gemacht.

In der Goethestraße sind die Tiefbauer mittlerweile an der einmündung Schillerstraße angekommen. Hier machten sie eine verblüffende Entdeckung.
Eberhard Rogmann In der Goethestraße sind die Tiefbauer mittlerweile an der einmündung Schillerstraße angekommen. Hier machten sie eine verblüffende Entdeckung.

Ein Regenschauer prasselt kurz aber heftig. Die Bauleute der Firma Ernst März in der Goethestraße von Teterow kann der Regen nicht beeindrucken. Sie gehen unverdrossen ihrer Arbeit nach. „Solange es keine Sturzfluten gibt, macht das nichts“, sagt einer der Männer.

Beim Aushub wechselt lockerer Sand in der Tiefe zu bindigem Ton. In etwa anderthalb Metern Tiefe ist ein altes Abflussrohr aus Steinzeug zu erkennen. Darin scheint ein Kabel zu stecken. „Falsch“, klärt ein Bauarbeiter auf. „Das ist eine Baumwurzel. Irgendwie muss sie in die Leitung geraten sein und hat sich dann darin vorangetrieben.“

Das Phänomen ist beachtlich. Die verholzte Wurzel ist armstark und umgeben von einem dichten Geflecht feinster Haarwurzeln. Der sichtbare Teil ist länger als 1,5 Meter, doch allem Anschein nach ist die Wurzel viel weiter vorgedrungen. Wenn hier überhaupt noch Wasser abfließen konnte, so nur ein mickriges Rinnsal. Das könnte die Erklärung dafür sein, dass vor 35 Jahren die Kinderklinik jämmerlich absoff. Bei der legendären Wasserhose, die sich am 18. Juni 1981 über Teterow ergoss, war die Einmündung der Schillerstraße in die Goethestraße einer der am schwersten von der Katastrophe betroffenen Orte der Stadt.

Mit dem laufenden Kanalbau wird hier jetzt eine Lücke im bereits ausgebauten Abwassertrennsystem geschlossen und damit eine der letzten Schwachstellen beseitigt.

Jetzt werden die Bauleute sich bis zum Fliederkamp vorarbeiten. Dann wechseln sie zunächst in die Schillerstraße. Ende September, Anfang Oktober soll alles fertig sein.“