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Kam die Tote aus dem Nachbarort?

In Wasdow nahe Gnoien rätseln die Einwohner, um wen es sich bei den beiden Toten handeln könnte, die ein Jäger am Rande eines Tümpels entdeckt hatte. In dem Dorf heißt es, dass doch niemand vermisst werde. Das stimmt aber nicht ganz.

Die verwitterte Inschrift auf dem Stein weist den Weg nach Wasdow und Bobbin. Der Feldweg führt zu dem Waldstück, in dem die menschlichen Überreste entdeckt worden waren.
Torsten Bengelsdorf Die verwitterte Inschrift auf dem Stein weist den Weg nach Wasdow und Bobbin. Der Feldweg führt zu dem Waldstück, in dem die menschlichen Überreste entdeckt worden waren.

Es ist nur eine vorsichtige erste Schätzung. Doch in Wasdow nehmen die Einwohner die Zahl sehr ernst: 20 Jahre soll es her sein, dass an dem kleinen Tümpel an der Plattenstraße zur Trebel etwas Furchtbares passiert sein muss. Solange sollen im Morast des kleinen Teiches die menschlichen Überreste gesteckt haben, die ein Jäger vor ein paar Tagen durch Zufall entdeckt hatte. 20 Jahre Liegezeit hatte die Polizei am Montag als Annahme bekanntgegeben.

Was war 1996? Das fragten sich am Dienstag auch zwei ältere Herren vor einem der schmucken Häuser an der Wasdower Dorfstraße. „Natürlich denkt man darüber nach. Aber man hat keinen Bezug dazu“, meint einer der Männer. Denn dass in Wasdow oder in den umliegenden Ortschaften seit 20 Jahren oder vielleicht auch noch länger gleich zwei Personen vermisst werden, daran würde man sich doch ganz gewiss erinnern. Nein, da habe es nichts gegeben, ist sich auch eine Frau, die in ihrem Vorgarten gerade die ersten Äpfel pflückt, ziemlich sicher.

Polizei will sich nicht auf Spekulationen einlassen

So ganz stimmt das aber nicht. Im nur wenige Kilometer entfernten Viecheln, das ebenso wie Wasdow zur Gemeinde Behren-Lübchin gehört, verschwand im Jahr 1992 eine junge Frau. Von der damals 19-Jährigen fehlt bis heute jede Spur. Die Mutter klammerte sich viele Jahre an die Hoffnung, dass die erwachsene Tochter ihr Leben in die eigenen Hände genommen hat und heute irgendwo im Ausland lebt. Doch auf ein Lebenszeichen wartete sie immer vergeblich.

Auf Spekulationen zu Vermisstenfällen will sich die Polizei allerdings nicht einlassen. Man warte auf das Untersuchungsergebnis aus dem Rechtsmedizinischen Institut der Universität Rostock, wohin die beiden Schädel und die inzwischen ebenfalls sichergestellten Knochen gebracht wurden. Von hier erhoffen sich die Kriminalisten Hinweise auf die Identität der beiden Personen und die mögliche Todesursache.

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