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Kommt Malchins Hafen jetzt aus der Flaute?

Endlich neues Leben am ausgebauten Wirtschaftshafen. Um die vielen Versprechen zum Gelände wahr werden zu lassen, schaltete die Stadt Malchin die Landes- und Bundespolitik ein. Doch der Hafen dümpelt vorerst weiter vor sich hin. Was nun - Fragen und Antworten.

Weit und breit kein Schiff zu sehen: Malchins Industriehafen wurde für viel Geld saniert. Seitdem herrscht Ruhe.
Torsten. Bengelsdorf Weit und breit kein Schiff zu sehen: Malchins Industriehafen wurde für viel Geld saniert. Seitdem herrscht Ruhe.

Warum ist der Hafen für die Stadt so wichtig?

Die Stadt nimmt über ihren Hafen Gebühren ein. Natürlich nur, wenn hier Schiffe ankommen oder Güter von oder auf Eisenbahnwaggons verladen werden. Ein gut laufender Hafenbetrieb kann für eine Kommune eine wichtige Einnahmequelle sein. Davon ist Malchin aber weit entfernt. Auch weil der Ausbau des Hafens vor elf Jahren etwa 1,7 Millionen Euro gekostet hat, hatten sich die Stadtväter eigentlich mehr versprochen.

Warum kommt Malchins Hafen nicht in Gang?

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Die Peene und der Peenekanal sind mit ihren gerade einmal 100 Kilometern wohl zu klein, um eine echte Alternative zur Straße zu sein. Die Güter müssen immerhin erst auf das Schiff geladen und dann wieder abgeladen werden, um doch wieder per Lkw an den Bestimmungsort zu kommen. Die Peene hat aber für Binnenschiffer auch viele Tücken. Dazu gehören mehrere Brücken, die nur eine geringe Durchfahrtshöhe erlauben. Auf dem Abschnitt vom Kummerower See bis nach Malchin versandet der Peenekanal immer wieder. Es fehlt aber auch nach wie vor an einem professionellen Betreiber des Malchiner Hafens.

Was haben die Gespräche mit Bundes- und Landespolitikern in den vergangenen Wochen gebracht?

Offenbar nicht viel. So lehnt das Bundesverkehrsministerium einen Ausbau der Peene im Bereich der zu tief liegenden Brücken ab. Dazu seien die Peenehäfen in Anklam, Jarmen, Demmin und Malchin zu wenig ausgelastet, berichtete Malchins Bürgermeister Jörg Lange (FDP) von einem Gespräch mit dem zuständigen Staatssekretär. Immerhin will Berlin aber ein Ausbaggern prüfen, um eine Mindestfahr-Tiefe sicherzustellen. Auch diese Maßnahme könne aber erst in Angriff genommen werden, wenn „halbwegs zufriedenstellende Umschlagszahlen“ aus den Peene-Häfen gemeldet werden, so die Botschaft, die der Bürgermeister aus dem Bundesverkehrsministerium mitbrachte. Auch Landes-Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat sich im Sommer bei einem Besuch in Malchin die Probleme des Hafens angehört. Er will noch in diesem Jahr erneut nach Malchin kommen, um mit Betrieben aus der Stadt und dem Umfeld zu sprechen, die den Hafen nutzen könnten.

Gibt es denn gar keine Aussichten, den Hafen wieder flott zu bekommen?

Da könnten die Bemühungen des im vergangenen Jahr gegründeten Regionalen Unternehmensnetzwerkes weiterhelfen. Nicht nur die Mitgliedsunternehmen, sondern auch die Geschäftspartner könnten die Möglichkeiten des Hafens stärker in Betracht ziehen. Bisher haben aber auch diese Bemühungen wenig Erfolg gebracht. Künftig könnte aber der Transport von Wiesengras aus den Niedermoorgebieten der Peene und des Kummerower Sees an Bedeutung gewinnen. Dieses Gras wird seit einigen Monaten in einem Heizwerk in Malchin eingesetzt. Und es wird teilweise direkt am Wasserweg eingeholt.

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