Nach Blaulicht-Irrfahrt gibt es Konsequenzen:

Kreis krempelt Retter-Funk um

Der missglückte Einsatz der Neukalener Feuerwehr im Januar hat tatsächlich Schwachstellen bei der Alarmierung der Retter ans Licht gebracht. Das räumten Leitstelle und Ordnungsamt jetzt nach einer Auswertung doch noch ein – und gehen einen großen Schritt auf die Kameraden zu.

Im Schnitt 120 Not- und Hilferufe pro Tag nehmen Disponenten wie Diemo Westphal in der Rettungsleitstelle des Seenplatten-Kreises entgegen. Bei der Alarmierung der Feuerwehren gab es jedoch offenbar mehrfach Verständigungsprobleme.
Torsten Bengeldorf Im Schnitt 120 Not- und Hilferufe pro Tag nehmen Disponenten wie Diemo Westphal in der Rettungsleitstelle des Seenplatten-Kreises entgegen. Bei der Alarmierung der Feuerwehren gab es jedoch offenbar mehrfach Verständigungsprobleme.

Das soll nicht noch einmal passieren: dass eine Feuerwehr erst einmal die ganze Gegend absucht, bevor sie dann den Unfallort findet, zu dem sie eigentlich gerufen wurde. So war es den Neukalener Kameraden am Abend des 20. Januar ergangen. Noch vor einer Woche hatte das Ordnungsamt des Seenplatten-Landkreises den Vorfall als „interne Sache“ eingestuft – und der Öffentlichkeit jede weitere Auskunft verweigert.

Am Freitag nun die Überraschung: Landrat Heiko Kärger (CDU) schaltete sich in die Aufklärung des missglückten Einsatzes ein. Zusammen mit Kreisordnungsamts-Chef Peter Handsche und Kreisbrandmeister Norbert Rieger hatte er in die Rettungsleitstelle in die Neubrandenburger Ziegelbergstraße eingeladen. Innerhalb von 24 Stunden gehen hier durchschnittlich 120 Notrufe aus dem gesamten Seenplatten-Landkreis ein, berichtete der neue Chef der Leitstelle, Rolf Kurze.

Fehler darf sich nicht wiederholen

Am Abend des 20. Januar lief hier aber richtig etwas schief. „Es ist ein Fehler passiert und wir haben jetzt Maßnahmen auf beiden Seiten ergriffen. Dieser Fehler darf sich nicht wiederholen“, so Kreisbrandmeister Rieger. So habe die Auswertung der Sprachaufzeichnungen in der Leitstelle ergeben, dass die Neukalener Feuerwehr tatsächlich auf die „K 50 in Richtung Malchin“ geschickt worden war. Da die Kameraden mit der Abkürzung „K 50“ nichts anfangen konnten, fuhren sie von Neukalen aus in Richtung Malchin – und damit genau falsch. Der Unfall hatte sich nämlich auf der Kreisstraße 50 in Richtung Lelkendorf ereignet.

„Was Straßenkennzeichnungen angeht, werden wir unsere Erwartungshaltung jetzt herunterschrauben“, erklärte Kreisordnungsamts-Chef Handsche. Konkret heißt das: Die Meldungen, die die Leitstelle auf die Funkmelde-Empfänger der Feuerwehrleute schickt, sollen konkreter und einfacher werden, um Verwechslungen künftig zu vermeiden. Auch werde geprüft, welche Angaben für eine genaue Ortsbezeichnung überhaupt nötig sind.

Vorfälle sollen rascher ausgewertet werden

Um das Verhältnis zwischen den Feuerwehren und der Leitstelle zu verbessern, wolle man wieder mehr ins Gespräch kommen, wie Norbert Rieger sagte. „Das ist ein bisschen eingeschlafen.“ Auch Landrat Kärger räumte ein, dass das Verständnis untereinander „nicht immer stimmt“. Seit dem vergangenen Jahr werden laut Rettungsstellen-Leiter aber auch Amtswehrführer und Wehrführer in die Leitstelle eingeladen, um sich einmal kennen zu lernen. Das solle unbedingt fortgesetzt werden.

Immerhin kommt es immer mal wieder zu Problemen in der Abstimmung zwischen Leitstelle und den Rettern. Einige Wehrführer würden sich danach aber gleich melden, so dass diese Vorfälle rasch ausgewertet werden könnten. Aber das seien eben nicht alle Wehrführer, wie Rolf Kurze berichtet.

Die Neukalener Feuerwehr hatte bei ihrer Irrfahrt allerdings auch für eine Überraschung gesorgt: „Für mich war neu, dass die Kameraden ihre Funkmelde-Empfänger nicht zum Einsatz mitnehmen“, meinte der Ordnungsamtsleiter. Möglicherweise wären die Irrfahrten eher beendet gewesen, wenn die Kameraden auch noch während der Blaulicht-Fahrt die Empfänger im Blick behalten hätten.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung