Staatsanwalt ermittelt:

Leichengestank führte zum Toten im Bettkasten

Die Obduktion der Leiche, die am Montag in einem Wohnheim entdeckt wurde, sollte eigentlich etwas mehr Klarheit über die Todesumstände bringen. Doch stattdessen tauchen immer neue Fragen auf.

In dieser Wohnanlage spielte sich die Tragödie ab. Der 60-jährige Teterower hatte über mehrere Tage tot im Bettkasten seines Zimmers gelegen, ohne dass dies jemand bemerkte.
Carsten Büttner In dieser Wohnanlage spielte sich die Tragödie ab. Der 60-jährige Teterower hatte über mehrere Tage tot im Bettkasten seines Zimmers gelegen, ohne dass dies jemand bemerkte.

Was nur ist im Zimmer des 60-jährigen Joachim M. in der betreuten Wohnanlage der Güstrower Werkstätten passiert? Noch immer haben die Ermittler darauf keine Antworten. Neun Tage war nach dem Mann gesucht worden. Bis dann am vergangenen Montag seine Leiche im Bettkasten seines Zimmers entdeckt wurde. Die Obduktion sollte jetzt das Rätsel um den Tod des Mannes klären.

Doch diese Hoffnung hat sich erst einmal zerschlagen. „Bei der Obduktion konnte noch keine Todesursache festgestellt werden“, erklärte am Freitag Staatsanwalt Harald Nowack in Rostock. Der Fall wird damit immer mysteriöser. Die Ermittler hoffen nun mit einem toxikologischen Gutachten weiter zu kommen. Damit soll geklärt werden, ob Giftstoffe oder Medikamente zum Tod des Mannes beigetragen haben könnten. Es stehe noch nicht einmal fest, wie lange der Teterower in dem Bettkasten gelegen hat, räumt der Staatsanwalt ein.

Ein paar Tage sollen es aber schon gewesen sein, heißt es aus Ermittlerkreisen. Und auch dieser Verdacht wird jetzt offenbar nicht mehr ganz ausgeschlossen: Joachim M. könnte bereits am Tag seines Verschwindens am 5. März in dem Bettkasten umgekommen sein.

Wie lässt sich so etwas jetzt noch genau ermitteln? Die Rechtsmedizin ist jedenfalls noch lange nicht am Ende ihres Lateins. Die Leiche könnte nach einer solch langen Zeit bereits mit kleinen Tierchen befallen sein, die für die Rechtsmediziner entscheidende Hinweise geben könnten, heißt es.

Es bleibt die Frage im Raum, ob das Heimpersonal tatsächlich erst durch den Leichengeruch auf den Bettkasten aufmerksam wurde.

 

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