Abschied mit Wehmut:

Letzte Silvester-Party im Kulturhaus

Teterows älteste Kulturstätte macht dicht. Abschlusspartystimmung wogt im Kulturhaus.

Tisch 1 demonstriert geschlossen Zuversicht. „Wir geben nicht auf“, verkündet Hartmut Henke (rechts) und hofft, Silvester 2014 in traditioneller Runde wieder am angestammten Platz zu feiern.
Eberhard Rogmann Tisch 1 demonstriert geschlossen Zuversicht. „Wir geben nicht auf“, verkündet Hartmut Henke (rechts) und hofft, Silvester 2014 in traditioneller Runde wieder am angestammten Platz zu feiern.

„Tempo 2014“ ist das Silvesterprogramm im Teterower Kulturhaus betitelt. Doch nicht rasant ging es hier am Silvesterabend zur Sache, sondern eher nachdenklich. Zur Begrüßung der Gäste erklang der alte Schlager „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ und die Gäste im Saal verstanden die Anspielung. Denn aller Voraussicht nach dürfte es die letzte Party dieser Art gewesen sein. Mit Beginn des neuen Jahres stellt der Betreiber von Teterows ältester Kulturstätte den Betrieb ein (der Nordkurier berichtete).

Die Besucher im Saal wollen das kaum glauben. „Tisch eins gibt nicht auf“, verkündet Hartmut Henke im Brustton der Überzeugung unter beifälligem Nicken der Damen und Herren zu seiner Rechten und Linken. Seit 1991 haben die Paare diesen Tisch zu Silvester gebucht. „Diesmal sind wir zwar nicht vollzählig, aber das soll kein Zeichen sein, dass wir die Segel hier streichen“, bekräftigt Gerhard Meier. Ein bisschen Trotz, sich widrigen Umständen nicht einfach dreinzufügen, klingt da schon mit. „Wenn man allein bedenkt, welch ein Veranstaltungsprogramm hier im letzten halben Jahr stattfand. Für eine Stadt von weniger als zehntausend Einwohnern ist das höchst beachtlich“, sagt Meier.

Keiner in der Runde kann sich ausmalen, dass damit künftig Schluss sein soll. „Teterow würde ärmer werden“, findet auch Christa Geibies. Raimund Boss und seine Frau Christa wollen an diesem Abend gar nicht daran denken. „Ich war hier schon als Jugendlicher zum Tanz. Das kann der Stadt doch nicht egal sein, wenn eine solche traditionsreiche Einrichtung dicht macht. Ich kann nicht glauben, dass es keine andere Lösung geben sollte“, äußert Raimund Boss.

Mit solcher Zuversicht nahm die Fete doch noch Fahrt auf und erreichte bis Mitternacht das verheißene Tempo 2014.