Malchin:

Leuchtturm muss weit ausstrahlen

VonIris DiessnerundSusanne SchulzAus einer Liste kultureller und touristischer Vorzeige- Orte wird nun dochkein Kreistagsbeschluss. Vielerorts warenLücken ...

Nicht „Leuchtturm“ genug: Die Ivenacker Eichen  FOTO: Eckhard Kruse

VonIris Diessner
undSusanne Schulz

Aus einer Liste kultureller und touristischer Vorzeige- Orte wird nun doch
kein Kreistagsbeschluss. Vielerorts waren
Lücken beklagt worden.

Seenplatte.Geht es nach dem Urteilsvermögen der Kreisverwaltung, dann istIvenack mit seinen tausendjährigen Eichen weder von überregionaler Bedeutung noch ein Werbe- und Marketingfaktor für die Region. Nicht nur Tourismusexperten schütteln den Kopf über diese wie auch über andere Lücken auf einer Liste kultureller „Leuchttürme“.
Zugegeben, das ist etwas überspitzt formuliert. Aber im Kulturausschuss desKreistages ebenso wie in vielen Kommunen, die wichtige Kultureinrichtungen unberücksichtigt sahen, beschwor die zunächst als Beschlussvorlage erarbeite Liste Diskussionen hervor. Geht es bei den kulturellen undtouristischen Leuchttürmen doch auch darum, dass diese Einrichtungen vom Landkreis Unterstützung bei der Förderung, bei Marketingmaßnahmen und nicht zuletzt bei der Konzept- und Projektarbeit erhalten.
Zwar wird aus dem Landratsamt immer wieder betont, dass durchaus nicht von der Förderung ausgeschlossen bleibe, wer nicht aufdieser Leuchtturm-Liste auftauche. Aber derbesonderen Beachtung durch den Landkreis fällt man eben auch nicht anheim.
Damit will sich Irina Parlow (Die Linke), stellvertretende Vorsitzende des Kreis-Kulturausschusses, überhaupt nicht anfreunden. Wenn eine solche Liste zum Kreistagsbeschluss erhoben werde, dann organisiere man sich den Ärger in jedem Fall.

Am liebsten mit
Alleinstellungsmerkmal
Diesem Argument folgend, werde die Liste nunmehr lediglich als Arbeitsmaterial für den Bereich Wirtschaftsförderung betrachtet, erklärte dessenMitarbeiterin Adele Krien nun gegenüber dem Neustrelitzer Stadtvertreter-Ausschuss für Kultur und Tourismus. Das Papier gelte zudem als Diskussionsangebot und als erweiterbar.
Dass auch künftig indes „nicht jede Heimatstube zum Leuchtturm ernannt werden kann“, daran lässt die Kreisverwaltung keinen Zweifel. Überregional ausstrahlend, identitätsstiftend für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und möglichst mit einem Alleinstellungsmerkmal versehen sollen die Leuchttürme sein. Im Strelitzer Raum stehen unteranderem das Hans-Fallada-Museum in Carwitz, die Louisen-Gedenkstätte Hohenzieritz, Kulturquartier und Plastikgalerie in Neustrelitz sowie das Mirower Drei Königinnen Palais auf der Liste. Die Theater und Orchester GmbH ist mit den Festspielen im Schlossgarten, die Basiskulturfabrik zum Beispiel gar nicht vertreten.
Bürgermeister und Kulturschaffende zuhauf hattenauf weitere Projekte aufmerksam gemacht, weiß Adele Krien. „Jede Region hat noch vieles mehr zu bieten, was jedoch nicht immer den Leuchtturm-Kriterien entspricht.“ Finanzielle Förderung solle überdies an Projekte und nicht an Institutionen gebunden sein. Mit der Einigung, die Liste nicht zum Kreistagsbeschluss zu erheben, könne die Verwaltung jedenfalls „gut leben“.

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