:

Lkw-Brand - Und wer entsorgt die Sauerei?

Ein "internationales" Problem türmt sich seit Tagen an der B 104 bei Stavenhagen auf. Auf einem Parkplatz liegen Futtermittel verstreut. Die brannten auf einem polnischen Auflieger. Der Weg führt aber zu einer bulgarischen Spedition.

Auch zehn Tage nach dem Brand eines Lkw an der B 104 zwischen Stavenhagen und Malchin liegt dessen Ladung verstreut auf einem Rastplatz.
Eckhard Kruse Auch zehn Tage nach dem Brand eines Lkw an der B 104 zwischen Stavenhagen und Malchin liegt dessen Ladung verstreut auf einem Rastplatz.

Dass bei Kölpin ein Lkw in Flammen aufging, ist nun schon zehn Tage her. Der zerstörte Anhänger mit polnischem Kennzeichen ist mittlerweile auch von dem Parkplatz an der B 104 verschwunden. Doch noch immer stehen dort Säcke mit den Pellets und rotten in Sonne und Regen vor sich hin. Noch mehr Reste der Sonnenblumenkuchen, die für die Malchiner Firma Fugema bestimmt gewesen sein sollen, sind über den ganzen Parkplatz verteilt. Der Rastplatz ist sogar ganz offiziell gesperrt. Die Einfahrt ist mit Barken zugestellt, das Hinweisschild durchkreuzt.

Der Laster war in der Nacht zum 8. Mai zwischen Stavenhagen und Malchin in Brand geraten. Der Fahrer hatte den Lkw auf dem Parkplatz abgestellt. Gegen 1.10 Uhr bemerkte der Mann, dass seine Lasdung zu brennen anfing. Die Feuerwehr aus Stavenhagen rückte an und löschte. Die Kameraden mussten aber am Freitagmittag ein zweites Mal kommen, um Glutnester zu beseitigen. Die Zugmaschine des Lasters blieb bei dem Feuer unbeschädigt. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Futtermittel selbst entzündet haben.

Bei Spedition spricht niemand deutsch

Doch wie lange wird der Parkplatz noch gesperrt sein? Und wann werden die zerstreuten Pellets endlich entsorgt? Die Polizei wusste nur, dass der Anhänger von der ausländischen Firma abgeholt wurde. Für den Rest fühle das Unternehmen sich wohl nicht verantwortlich. Hans-Joachim Conrad, Dezernent im Straßenbauamt Neustrelitz, weiß da mehr. Doch auch er kann noch nicht genau sagen, wann der Parkplatz wieder beräumt ist. Im Straßenbauamt ärgere man sich sehr, dass der Rastplatz wahrscheinlich über Pfingsten blockiert sein wird.

"Es handelt sich um internationale Verwicklungen", umschreibt Conrad das Problem. Die Pellets lägen zwar auf einem Grundstück des Straßenbauamtes. Doch die Spedition, die für den Schaden verantwortlich ist, komme aus Bulgarien. Bei dem Fuhrbetrieb verstünde man kein Wort deutsch. Das Straßenbauamt musste sich sogar einen Dolmetscher besorgen, um das weitere Vorgehen mit den Bulgaren zu erörtern. Am Ende wird es ein Versicherungsfall werden, da ist sich der Dezernent sicher. Es stehe auch schon eine Entsorgungsfirma bereit, um die Reste der verbrannten Ladung zu entsorgen. Doch auch die Entsorger würden erst das Geld von der bulgarischen Spedition sehen wollen, bevor sie den Auftrag ausführen. "Wir als Straßenbauamt werden nicht in Vorleistung gehen", so Conrad.