Unkaputtbare DDR-Relikte:

Made in GDR: Wohin, wenn doch mal was kaputt ist?

Es scheint ja wirklich noch eine große Zahl von Haushaltsgeräten Made in GDR zu geben. Das beweisen jedenfalls die Leser täglich. Und mancher von ihnen mag sich auch nicht trennen wollen, wen das gute Stück mal eine "Macke" hat.

Elektromeister Eckhard Schnepf hat in seiner Werkstatt häufig mit Stückem "Made in GDR" zu tun.
Iris Diessner Elektromeister Eckhard Schnepf hat in seiner Werkstatt häufig mit Stückem "Made in GDR" zu tun.

Wer hätte es geahnt, dass so viele Leser noch Haushaltsgeräte aus DDR-Zeiten haben. Aber Multiboy, RG 28, Tischschleuder und Co. scheinen wirklich "unkaputtbar" zu sein. Und viele davon sind noch heute in Gebrauch.

Täglich zum Beispiel benutzt Marie-Luise Schumacher aus Malchin ihren Mehrzweckschneider AS 100. Sie habe ihn zu ihrem Geburtstag 1975 geschenkt bekommen, schreibt sie. Bei einer Familie mit fünf Kindern leistete die Maschine besonders für das Brotschneiden treue Dienste. "Und sie tut es noch heute", betont die Malchinerin. Auch bei Joachim Berg in Dargun finden sich noch etliche Geräte Made in GDR. Vom Kofferradio KR 650 bis zur Bohrmaschine Multimax. Sie alle haben schon ein ziemlich langes "Helfer"-Leben hinter sich gebracht. Was wird aber mit ihnen, wenn sie doch einmal kaputt gehen sollten?

Die meisten werden sich dann wohl von diesen "Veteranen" trennen. Aber nicht jeder, weiß Elektromeister Eckhard Schnepf in Malchin. In seiner Werkstatt landet noch heute manch Stück, dessen Garantiezeit schon vor 30 Jahren abgelaufen war. Der Malchiner weiß von einer Kundin, deren Waschmaschine WM 66 noch fast wie neu aussieht, so gut sei die gepflegt. "Ich habe der Frau schon angeboten, wenn sie sich wirklich einmal von dem guten Stück trennen will, dann nehme ich es in Zahlung", schmunzelt er.

Ein ganzer Schrank voll Rettungsteile

Vor allem aber gehörten Besitzer von Wasserboilern aus DDR-Zeiten zu seinen Kunden. "Diese Boiler waren einmal der Grund, weshalb ich mich schon 1983 selbstständig machen konnte", erzählt der Elektromeister. Das sei ja in DDR nicht gerade selbstverständlich gewesen. "Aber wir sollten auf diese Weise die Konsumgüterproduktion unterstützen, die Boiler mussten ja schließlich repariert werden, wenn sie mal ausfielen", weiß er. Und von diesen Boilern gebe es heute noch etliche. Meist in Ferienwohnungen oder Gartenhäusern.

Eckhard Schnepf zeigt auf einen Schrank in seiner Werkstatt. "Das meiste hier sind Ersatzteile für diese alten DDR-Geräte", sagt er mit einem Schmunzeln. Ob er sich erklären kann, warum manche dieser Geräte so lange gehalten haben? "Na ja, damals war auch noch nicht soviel Technik in die Gerät eingebaut", lautet eine seiner Begründungen. Es sei ja so: Je mehr Technik, desto mehr könne eben kaputt gehen.

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