Ehrenmal am Wall droht zu zerfallen:

Malchin streitet um Kriegerdenkmale

Das Ehrenmal am Stadtpark fällt langsam auseinander und ist längst zu einer Gefahr geworden. Die Stadt kümmert sich aber lieber um den Wiederaufbau des Kriegerdenkmals am Wall - obwohl das doch gar nicht gewollt ist, wie ein Stadtvertreter jetzt klarstellt.

Die Namen der Gefallenen aus dem deutsch-französischen Krieg. Foto: Eckhard Kruse
Die Namen der Gefallenen aus dem deutsch-französischen Krieg. Foto: Eckhard Kruse

Nach jedem Sturm ist das Ehrenmal am Rande des Stadtparkes wohl noch gefährlicher. Bange Blicke wandern dann nach oben. Hält die riesige Schale noch auf dem Denkmal? Oder ist die Gefahr wieder etwas größer geworden, dass sie eines Tages krachend zu Boden fällt? Andreas Teggatz hat noch andere beunruhigende Fakten zu dem Kriegerdenkmal zusammengetragen, das 1948 zu einer sogenannten VVN-Gedenkstätte umgewandelt worden war (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes). Der Sockel ist gerissen und das Fundament steht längst nicht mehr sicher. Die Umrandung bröckelt und einzelne Steine seien auch schon herabgefallen. Nicht auszudenken, wenn da Kinder sitzen und spielen, meinte Teggatz im Schul- und Sozialausschuss der Stadt, bei dem er das einsturzgefährdete Denkmal zum Thema gemacht hatte. Das Ehrenmal gehört der Stadt, die sich deshalb jetzt dringend einmal um Sicherungsmaßnahmen kümmern müsste, möglicherweise müsse die obere Schale sogar abgenommen werden, forderte der Ausschuss. Ob das so ohne weiteres geht, bleibt abzuwarten. Denn der gewaltige Steinblock steht unter Denkmalschutz. Veränderungen sind damit eigentlich nicht erlaubt.

Statt die Gefahr zu entschärfen, haben die Stadtväter und allen voran Bürgermeister Jörg Lange (parteilos) aber ein ganz anderes Kriegerdenkmal im Blick. Die Stadt geht jetzt daran, den Gedenkstein zu Ehren der Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 am Wall wieder aufzubauen. Zwischen 8000 und 10 000 Euro würde das kosten.

Streit in der Stadtvertretung

Damit soll der Gedenkstein mit einer Stele vervollständigt werden, hat die Denkmal-Arbeitsgruppe des Heimatvereins jetzt angeregt. „Wir haben uns entschieden, dafür auch Geld zu sammeln, damit die Stadt das nicht allein bezahlen muss“, sagt der Chef der Arbeitsgruppe Udo Dohms. Diese Idee hat Bürgermeister Jörg Lange (parteilos) nun bereits als Beschluss formuliert, den er den Stadtvertretern präsentieren will.

Und schon gibt es Protest. „Wir haben gar keinen Beschluss gefasst, dass wir das Kriegerdenkmal wiedererrichten wollen“, hat Stadtvertreter Martin Jahrmärker inzwischen Widerspruch angemeldet. Für ihn sei das vor allem eine politische Entscheidung. Es könne aber auch nicht angehen, dass die Denkmal-Gruppe bereits Geld sammelt und damit die Stadt unter Druck setzt. Jahrmärker hat inzwischen einen Gegenantrag gestellt: Die Stadtvertreter sollen doch bitte erst einmal darüber abstimmen, ob das Kriegerdenkmal tatsächlich wieder aufgebaut werden soll.

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