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Malchin verliert einen seiner erfolgreichsten Unternehmer

Bis ins hohe Alter prägte Jürgen Hamke sein Speditionsunternehmen. Viele Jahre vertrat er die Interessen seines Berufsstandes hartnäckig gegenüber der Politik. Am 14. Dezember starb der engagierte Unternehmer im Alter von 82 Jahren.

Jürgen Hamke             
Thomas Koch Jürgen Hamke  

Urlaub oder Feierabend kannte Jürgen Hamke kaum. „Wenn man einen Betrieb erfolgreich führen will, muss man für die Aufgabe brennen und sich der Arbeit mit Leib und Seele verschreiben“, hatte der Malchiner Spediteur einmal seine Unternehmensphilosophie verraten.

Fast 35 Jahre lang prägte er seine Firma. Er wolle erst aufhören, wenn es gar nicht mehr anders geht, sagte Hamke anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2006. Der Zeitpunkt war im Herbst dieses Jahres gekommen. Jürgen Hamke übergab seinen Betrieb einem Nachfolger. Nur wenige Wochen später trauern seine Familie und seine Belegschaft nun um ihn. Jürgen Hamke starb am vergangenen Wochenende mit 82 Jahren.

Angefangen hatte der Malchiner zu DDR-Zeiten noch als Einzelkämpfer mit einem Lkw der Marke S 4000. Aus dem Ein-Mann-Betrieb wurde rasch ein mittelständisches Fuhrunternehmen mit einer fast 50 Fahrzeuge zählenden Flotte.

Die Lastzüge mit seinem Namen sind nicht nur auf deutschen Straßen unterwegs, sondern auf den Autobahnen in ganz Europa. Manchmal setzte er sich auch noch selbst zu einem seiner Trucker ins Fahrerhäuschen.

Auch auf Landesebene machte sich Jürgen Hamke einen Namen. Ab 1993 war er Präsident des Verkehrsgewerbes Mecklenburg-Vorpommern und verschaffte dem Berufsstand der Spediteure nachdrücklich Gehör. Legendär war sein Kampf gegen die Lkw-Maut und immer weiter steigende Kraftstoffpreise, die der Branche zu schaffen machen. Mit den zuständigen Ministern in Schwerin und in Berlin focht er so manchen Kampf aus.

Für sein Engagement erhielt der Malchiner 2006 eine der höchsten Auszeichnungen in der Bundesrepublik: das Verdienstkreuz am Bande.

Auch in die Kommunalpolitik brachte sich Hamke einige Zeit mit ein und saß für die Unabhängige Malchiner Bürgerbewegung in der Stadtvertretersitzung.

Mit Jürgen Hamke verliert die Region einen der engagiertesten Unternehmer, der es in beeindruckender Weise verstanden hatte, die Interessen der Speditionsunternehmen gegenüber der Politik hartnäckig zu vertreten.