Denkmalschutz contra Tourismus:

Malchin: Wohin jetzt mit der Stadtinfo?

Die Anlaufstelle für Touristen und Urlauber sollte aus Kostengründen eigentlich von der Sakristei ins Foyer des Rathauses umziehen. Doch so einfach geht das nicht, sagen die Denkmalschützer.

Das Informationsschild unter dem Kreuz: Nach 15 Jahren soll die Stadtinformation in Malchin aus der Sakristei wieder ausziehen.
Torsten Bengelsdorf Das Informationsschild unter dem Kreuz: Nach 15 Jahren soll die Stadtinformation in Malchin aus der Sakristei wieder ausziehen.

Die Stadt Malchin sucht dringend eine neue Stadtinformation. Aus der Sakristei der Malchiner St. Johanniskirche soll die Touristen-Anlaufstelle 2014 ausziehen. Zum 1. Juni ist dort der Mietvertrag mit der Kirchgemeinde gekündigt. Eigentlich sollte die Stadtinfo dann im Foyer des Rathauses einquartiert werden. Doch so einfach ist das nicht. Vor allem mit dem Denkmalschutz lasse es sich nicht vereinbaren, in diesen Bereich Arbeits- und Ausstellungsplätze einzurichten. Das sei eigentlich unmöglich, erklärte Bürgermeister Jörg Lange (FDP) jetzt, nachdem sich auch Vertreter des Denkmalschutzes mit diesem Plan auseinandergesetzt hatten.

Was jetzt? Eine neue Variante sehe vor, das Informationsbüro im Eingangsbereich des Rathauses direkt gegenüber vom Bürgerbüro unterzubringen. „Inwieweit diese Variante umsetzbar ist, soll in den nächsten Wochen geprüft werden“, kündigte der Bürgermeister an. Bis Ende Januar soll dazu ein Ergebnis vorliegen.

Ohnehin schütteln viele in Malchin den Kopf, warum sich die Stadt aus der Sakristei zurückziehen will. „Weil die Stadt diesen Raum einmal saniert hat, ist dieser Standort doch auch kostengünstig“, meint zum Beispiel Stadtvertreter Volker Herold (SPD), der auch darüber schimpfte, dass er von den Umzugsplänen zuerst aus der Zeitung erfahren habe. Auch Pastor Thomas Waack war bisher über die Gründe des Auszugs im Unklaren gelassen worden. Es sei ein gutes Miteinander gewesen, weshalb er den Auszug sehr bedauere, meinte Waack unlängst.

Die Stadt hat nach Auskunft des Bürgermeisters mehrere Gründe, sich aus der Sakristei zu verabschieden. „Wir hatten die Miete für 15 Jahre im Paket im Voraus bezahlt. Mit dem Geld war die Sanierung der Sakristei bezahlt worden. Die 15 Jahre sind jetzt rum“, erklärte Lange. Deshalb sei man nun auf der Suche nach einem Platz, für den  keine Miete anfalle. Es gebe in der Sakristei allerdings auch keine Toiletten für die Angestellten. „Ich wurde von beiden Mitarbeitern darauf angesprochen und musste reagieren.“

 

 

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