Stadt will keine Fete:

Malchiner Funker feiern allein am Kölzow-Kanal

15 Jahre ist es jetzt her, seit der Tourismus-Hafen an Kösters Eck entstand. Eine städtische Feier gibt es dafür nicht, kritisieren die Amateur-Funker der Stadt. Sie erinnern aber trotzdem an dieses Jubiläum.

Clemens Kölzow ist inoffizieller Namensgeber für den Stichkanal an der Ostpeene. Er hat ihn seinerzeit gerettet.
Eckhard Kruse Clemens Kölzow ist inoffizieller Namensgeber für den Stichkanal an der Ostpeene. Er hat ihn seinerzeit gerettet.

Goethe, Heine, Schultetus – sie kamen in Malchin erst spät zu Ehren. Sie waren allesamt verstorben, als Straßen in der Stadt nach ihnen benannt wurden. Nach Clemens Kölzow wird schon zu seinen Lebzeiten ein Kanal benannt – jedenfalls im Volksmund. Er hat sich 1999 dafür stark gemacht, dass dieser Stichkanal am Eingangsbereich zu Koesters Eck nicht zugeschüttet wird.

So hatten es die Stadtväter im Jahr 2000 vor, als das Areal ausgebaut wurde, erinnert sich Kölzow. „Ich habe 1500 Unterschriften dagegen gesammelt.“ Erfolgreich. Die vielleicht 80 Meter Kanal sind noch immer da. Er wird Kölzow-Kanal genannt. Und nun soll dieser Bereich sogar als Hafenbereich erweitert werden. Weitere Anlegeplätze für Boote werden entstehen.

15 Jahre ist es jetzt her, dass Koesters Eck umgestaltet wurde und hier wieder Boote vor Anker gehen können. Das ist auch der Grund, warum Cemens Kölzow und viele andere Mitglieder des Malchiner Amateurfunkvereins „V 23 Naturpark Mecklenburgische Schweiz“ am Wochenende ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Gewissermaßen als Erinnerung an dieses Ereignis. Dabei wundern sich die Funker nicht wenig über die Stadt. „Sie hat nicht einmal ein Interesse, hier ein Hafenfest zu veranstalten.“

Dabei seien die Flächen jetzt so schön geworden, dass man sie auch befahren kann, meint Kölzow. Sie wären durchaus würdig, hier Feste mit dem Flair von Hafen und Ostpeene zu feiern.

Sie funken alles über den Kanal in die Welt

Kölzow wundert sich immer noch über eine Rasenfläche am Pisedeer Damm. Dort seien die Arbeiten damals begonnen worden. Die Fläche brauche zwar niemand mehr. „Aber sie wird immer noch gemäht“, sagt er. Die Brücke sehe wohl schön aus. Aber sie verhindert, dass Leute mit Segelbooten den Dahmer Kanal hinauf fahren können. „Die Brücke ist ein Eigentor.“ Vor allem stört ihn aber, dass einfaches Holz als Uferbefestigung eingebaut wurde. Das gehe jetzt kaputt. Dabei hätte Stahl eingebaut werden müssen, ist sich Clemens Kölzow sicher. Das soll jetzt auch geschehen.

So erinnern die Mitglieder des Deutschen Amateur Radio Clubs ganz allein an das Hafenjubiläum. Sie funken mit vielen Gleichgesinnten in Deutschland und vergeben aus Anlass der Reaktivierung des Binnenhafens vor 15 Jahren Sammelobjekte, sogenannte Diplome mit der Nummer DL 005. „Gefunkt wird tags und nachts“, erläuterte Kölzow. Aber nachts seien die Störungen nicht so groß.

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