Ungeliebte Pflanzen:

Malchiner kämpft für Mais am Straßenrand

Holger Thiel wollte es einfach nur hübsch aussehen lassen und säte eine besondere Pflanze vor seinem Wasserturm. Doch die Stadtverwaltung findet die Idee gar nicht so gut: Die Pflanzen müssen wieder weg. Doch so einfach gibt sich der Turmbewohner nicht geschlagen.

So recht kann Nils Holger Thiel die Aufregung um seinen Straßen-Mais nicht verstehen. Selbst wenn der jetzt immer größer wird.
Torsten Bengelsdorf So recht kann Nils Holger Thiel die Aufregung um seinen Straßen-Mais nicht verstehen. Selbst wenn der jetzt immer größer wird.

Seit anderthalb Jahren wohnt Nils Holger Thiel im Malchiner Wasserturm und hat sich hier 240 Quadratmeter Wohnfläche anspruchsvoll ganz nach seinem Geschmack eingerichtet. Höchste Zeit also, sich jetzt auch einmal um das Umfeld des Turms zu kümmern.

Sein Grundstück wollte er nicht einfach mit einem Blumenbeet oder mit einer Hecke von der Landesstraße abgrenzen. Nein, der Turm-Bewohner wählte Mais-Pflanzen als Bewuchs am Straßenrand. Dazwischen ein paar Sonnenblumen. „Mais ist doch eine wunderbare Pflanze, so schön buschig“, findet Thiel. Selbstverständlich hat er einen 50-Zentimeter-Abstand von der Bordsteinkante eingehalten. Damit er nicht noch Ärger mit irgendeiner Behörde bekommt.

Im Malchiner Rathaus ist man von der neuen Art des „Straßenbegleitgrüns“ schwer beeindruckt. So sehr, dass Thiel am Dienstag gleich zur Anhörung vorgeladen ist. „Zunächst erst einmal hätte Herr Thiel den Grundstückseigentümer fragen müssen, ob er hier überhaupt etwas pflanzen darf“, schimpft Stadtrat Theodor Feldmann.

Feldmann ahnt auch schon, was das voraussichtliche Ergebnis der Anhörung sein dürfte: Der Mais am Straßenrand muss wieder raus: „Ich gehe davon aus, dass es darauf hinauslaufen wird.“

Wasserturm-Bewohner Thiel ist von solcherlei Empfehlungen schwer enttäuscht: „Können die im Rathaus nicht auch mal ein bisschen Schönheit empfinden?“ Geschlagen geben will er sich noch längst nicht. Statt die Pflanzen wieder herauszureißen, will er nach der heutigen Anhörung eine Petition an den Bürgermeister schreiben. Und wenn das auch nicht hilft, werde er Unterschriften sammeln – für den Mais am Wasserturm.

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