Kehrtwende im Rathaus:

Malchiner sollen ihre Stadt selbst begrünen

Vor einigen Wochen wollte das Rathaus Mais am Straßenrand noch verbieten. Wie gut, dass daraus nichts geworden ist. Denn inzwischen sind viele Malchiner auf den Grünflächen vor ihren Häusern kreativ. Die Verwaltung will nun sogar einen Wettstreit anzetteln.

Nachmachen erwünscht: Die farbenfrohe „Pflanzinsel“ der Familie Räth ist sozusagen das Aushängeschild ihrer Straße in Malchin.
Marcel Laggai Nachmachen erwünscht: Die farbenfrohe „Pflanzinsel“ der Familie Räth ist sozusagen das Aushängeschild ihrer Straße in Malchin.

Es hätte nicht viel gefehlt und die Maispflanzen am Straßenrand vorm Wasserturm wären dem Amtsschimmel zum Opfer gefallen. Inzwischen recken sich zwischen dem Mais auch noch Sonnenblumen in den Himmel. Doch mitten im Sommer fällt es jetzt so richtig auf: Es ist an Malchins Straßenrändern längst nicht mehr die einzige Blumenpracht, über die sich Passanten freuen können. So grünt und blüht es in der erst im vergangenen Jahr neu gebauten Basedower Straße zwischen einer ganzen Reihe von Parktaschen.

Zum Beispiel bei Familie Räth. Bereits als hier vor einem Jahr noch die Baumaschinen auf und ab fuhren, schmiedete das Ehepaar seinen grünen Plan. „Wir haben dann einfach bei der Stadt nachgefragt und bekamen auch recht schnell ein OK“, berichtet Cornelia Räth. Ein wahres Blütenmeer breitet sich mittlerweile vor ihrer Haustür aus. Das braucht aber auch allerhand Pflege. „Mein Mann kümmert sich um das Pflanzen und ich bin für das Gießen verantwortlich“, sagt Cornelia Räth. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich diese Straße entlang fahre, dass auch so viele Anwohner mitmachen.“

Das gärtnerische Geschick der Bürger ist auch dem Rathaus nicht entgangen, das die Maispflanzen am Wasserturm vor ein paar Wochen noch sehr skeptisch gesehen hatte. Mittlerweile hebt man in der Stadtverwaltung den grünen Daumen: Getreu dem Motto „Wenn du eine Bewegung nicht verhindern kannst, dann setze dich an ihre Spitze“ ermuntert die Stadtverwaltung jetzt sogar die Bürger, weitere bunte Akzente in der Innenstadt zu setzen.  Rathaus-Sprecher Thomas Koch hat inzwischen sogar eine Art Patenschaft ins Gespräch gebracht, die Anwohner für die Grünflächen vor ihrem Haus übernehmen könnten. „Man sollte sich dazu aber in der Stadtverwaltung melden und kurz sagen, was man genau vorhat“, so Koch. Offenbar will das Rathaus einen neuen Streit wie um den Wasserturm-Mai um jeden Preis verhindern.

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