Förderung wird eingestellt:

Malchiner Sozialwerk zerbröckelt

22 Jahre gibt es das Sozialwerk in Malchin, jetzt stehen ihm massive Einschnitte bevor. Sowohl die Sucht- und Drogenberatung als auch die Jugendsozialarbeit in Malchin stehen vor dem Aus.

Will nicht kampflos aufgeben: Sozialwerk-Chefin Rica Düde-Grandke (2. v. l.) in der Begegnungsstätte mit der Leiterin der Malchiner Tafel, Anita Dahms (l.) und den ehrenamtlichen Helferinnen Astrid Kramber und Ramona Kambs.
Simone Pagenkopf Will nicht kampflos aufgeben: Sozialwerk-Chefin Rica Düde-Grandke (2. v. l.) in der Begegnungsstätte mit der Leiterin der Malchiner Tafel, Anita Dahms (l.) und den ehrenamtlichen Helferinnen Astrid Kramber und Ramona Kambs.

Das Sozialwerk der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Malchin muss zu Jahresbeginn 2017 die Sucht- und Drogenberatung schließen, die auch für das Amt Malchin, das Amt Stavenhagen, für Dargun und teilweise fürs Demminer Land zuständig ist. Zudem sieht es so aus, dass ebenfalls mit Beginn des nächsten Jahres zwei Stellen in der Jugend- und Schulsozialarbeit wegfallen: Es wird dann in Malchin keinen Streetworker mehr geben und keinen Schulsozialarbeiter in der Grundschule.

"Es hat uns noch nie so schwer getroffen", sagt Rica Düde-Grandke, Geschäftsführerin des Sozialwerkes. Aber sowohl die Stadt Malchin als auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben Geld gestrichen, auf das das Sozialwerk angewiesen ist. Bereits in diesem Jahr reduzierte Malchin die Förderung des Streetworkers um ein Drittel und hat sie aufgrund fehlender Haushaltsmittel für 2017 ganz eingestellt. Auch die Schulsozialarbeiterstelle könne die Stadt nicht finanzieren. "Das Land prüft gerade mit dem Jugendamt Alternativen. Aber im Moment gibt es noch keine Entscheidung", so Rica Düde-Grandke.

Landkreis will Suchtberatung in Malchin einsparen

Eine Entscheidung scheint der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte indes getroffen zu haben. Er will die Sucht- und Drogenberatung im Kreis neu ausrichten. Statt bisher fünf sollen dann nur noch vier Träger unterstützt werden. Das Sozialwerk sei ab Jahresbeginn 2017 nicht mehr dabei, musste die Geschäftsführerin erfahren. Das bedeutet im Klartext, die Sucht- und Drogenberatung in Malchin muss geschlossen werden.

Das soll aber nicht kampflos geschehen. "Wir möchten, dass die Beratungslandschaft so wie bisher erhalten bleibt", sagt Düde-Grandke. "Es ist ein hoch sensibler Bereich. Die Klienten und die Angehörigen haben Vertrauen zu uns gefasst, wir haben steigende Beratungszahlen, wir haben ein gutes Netzwerk vor Ort, zum Beispiel mit Ärzten. Es geht hier um Beziehungsarbeit. Die kann ich nicht von heut auf morgen mal ebenso neu herstellen.“

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