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Malchiner Stadtbauhof-Chef muss nicht zahlen

2400 Euro – die sollte Andreas Mohrholz an zwei gemeinnützige Vereine überweisen. Jetzt steht fest: Er muss das Geld nicht aus eigener Tasche berappen.

Andreas Mohrholz muss die 2400 Euro Strafe nicht aus eigener Tasche zahlen.
Torsten Bengelsdorf Andreas Mohrholz muss die 2400 Euro Strafe nicht aus eigener Tasche zahlen.

Der Punkt 22 auf der Tagesordnung der Malchiner Stadtvertretersitzung hörte sich in dieser Woche bereits vielsagend an: „Kostenübernahme im Rahmen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn“. Was dahinter steckte, blieb erst einmal geheim. Der Punkt 22 wurde nämlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert.

Erst Recherchen brachten es dann ans Tageslicht: Kostenübernahme heißt nichts anderes, als dass die Stadt jetzt die Geldbuße übernimmt, die die Staatsanwaltschaft dem Leiter des Malchiner Stadtbauhofes, Andreas Mohrholz, auferlegt hatte.

Mohrholz soll 2400 Euro an zwei gemeinnützige Vereine zahlen, wozu er sich auch bereit erklärt hat. Im Gegenzug stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum Unfalltod eines 54-jährigen Stadtbauhof-Mitarbeiters ein. Der Mann war vor einem Jahr beim Entladen eines Unterstandes getötet worden. Bei der Untersuchung des Unglücks waren beim Arbeitsschutz Nachlässigkeiten festgestellt worden, für die die Staatsanwaltschaft Mohrholz als verantwortlichen Betriebsleiter mit verantwortlich machte, auch wenn der Stadtbauhof-Chef bei dem Unfall nicht direkt beteiligt war.

Dass die Stadtkasse jetzt auf Antrag von Mohrholz die Geldbuße übernimmt, dem wollten allerdings nach Informationen unserer Zeitung nicht alle Stadtvertreter folgen. Trotzdem fand sich am Ende für die „Fürsorgepflicht des Dienstherrn“ eine große Mehrheit.

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Kommentare (2)

Wo führt das noch hin? Unglaublich !!!! Strafen sind doch nicht übertragbar oder ist das in diesem Lande möglich? Demnächst schicke ich auch meine Knöllchen an die Polizei. Der Mann soll mal schön persönlich seinen Kopf hinhalten.

Mohrholz ist Betriebsleiter eines öffentlichen Unternehmens und vermutlich verantwortlich für den Arbeitsschutz im Betrieb, übrigens unabhängig davon ob er bei dem Unfall dabei war oder nicht, diese Passage des NK-Artikels ist albern. Die Malchiner Stadtvertretung als Dienstherr von Mohrholz hat sich mehrheitlich entschieden die Vergleichszahlung gegen Mohrholz zu übernehmen. Anscheinend gibt es Ungereimtheiten dahingehend, dass die Einhaltung des Arbeitsschutz im Stadtbauhof lasch bis gar nicht kontrolliert wurde und die Stadtvertreter sich mehrheitlich mitverantwortlich fühlen.