Sicher auf dem Schulweg:

Maskenmann schreckt diese Kinder nicht mehr

Ein Jahr ist es her, da verschreckte ein mysteriöser Maskenmann die Teterower. Seitdem suchen Eltern nach Wegen, um ihre Kinder besser zu schützen. Einen Helfer fanden sie jetzt in Kampfsportlehrer Marco Hillmann.

Zu nah am Auto und schon schnappt der Täter zu. Wie Kinder sich aus einer solchen Lage befreien können, übte Marcus Hillmann (rechts) mit den Schülern.
Eberhard Rogmann Zu nah am Auto und schon schnappt der Täter zu. Wie Kinder sich aus einer solchen Lage befreien können, übte Marcus Hillmann (rechts) mit den Schülern.

Naemi hat aufgepasst. Wenn ein Auto am Straßenrand neben ihr hält und jemand sie durch das geöffnete Fenster anspricht, bleibt sie auf sicherer Distanz. „Da kann man immer noch schneller weglaufen, wenn einer aussteigt“, wiederholt sie, was Marco Hillmann den Zweit- bis Viertklässlern zuvor eingeschärft hatte.

Der Kampfsporttrainer aus Neubrandenburg ist zufrieden. Er hat in dieser Woche mit den Kindern im CJD-Hort „Kleines Forscherhaus“ ein Sicherheitstraining absolviert. Der Gedanke dazu sei schon im vorigen Jahr aufgekommen, sagt Hortleiterin Cornelia Lange, als ein ominöser Maskenmann in der Dunkelheit mehrfach Menschen auf den Straßen von Teterow erschreckte. Die Eltern ihrer Hortkinder waren alarmiert. „Viele Kinder hatten Angst. Gemeinsam überlegten wir, was zu tun wäre.“ Neben einigen sofortigen Vorkehrungen beschloss man, sich einen Experten zur Hilfe zu holen.

Bis heute unklar, wer das war

Der Spuk um den Maskenmann war dann schnell vorbei, auch wenn bis heute nicht ermittelt werden konnte, wer da vor einem Jahr sein Unwesen auf den Straßen der Stadt trieb. Doch an ihrem Plan hielten Eltern und Hort fest. Dafür haben sie mehrere Gründe. „Es zeigt eine ganz andere Wirkung, wenn ein Fremder mit Kindern über Gefahren spricht“, ist Nadine Redandt, deren Tochter den Hort besucht, überzeugt. Was die Eltern sagten, gehe bekanntlich oft links rein und rechts wieder raus. Auf einen fremden Menschen reagierten die Kinder viel aufmerksamer. „Mittlerweile fragen uns schon andere Eltern, deren Kinder nicht den Hort besuchen, ob so ein Training nicht auch in der Schule erfolgen könnte.“

Cornelia Lange nennt einen zweiten Beweggrund. „Die Belehrung der Kinder ist das eine. Sie ist unerlässlich. Doch besser noch ist, wenn man mögliche Gefährdungen real durchspielt. Da lernen die Kinder am besten, was richtig ist, und man kann ihnen auch Fehler sofort aufzeigen.“

Alle meistern den Testlauf

Genau das hat Marco Hillmann jetzt gemacht. Es dämmert schon, als er mit der Gruppe ins Freie auf den Hof geht. Sie bauen sich vor einem Pkw auf. Viele Worte muss Hillmann nicht machen. Kurz schildert er die Situation, dann geht‘s los. Als Erste schlendert Nele am Wagen vorbei. Zuerst in sicherem Abstand.

Doch was, wenn sie mal nicht aufgepasst hat und überraschend eine Faust aus dem Autofenster kommt und sie am Schlafittchen packt? Da kommt normalerweise Panik auf. Hier nicht. Die ruhige Stimme Hillmanns wiederholt seine zuvor gegebenen Instruktionen. Schritt für Schritt. Und tatsächlich gelingt es den Kindern, obwohl sie dem Mann im Auto körperlich unterlegen sind, sich zu befreien. Alle meistern den Testlauf. Sichtlich stolz gehen sie an diesem Abend nach Hause.

Zufrieden sind auch Cornelia Lange und Marco Hillmann. „Wir hoffen ja, dass die Kinder nie in eine Lage kommen, wo sie diese Fähigkeiten brauchen. Doch besser ist es, sie sind im Ernstfall vorbereitet.“

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