Tourismus-Offensive:

Mecklenburgs Schweiz will endlich mehr Gäste

Die „Schweizer“ Bürgermeister zwischen Teterow, Malchin und Waren machen die Entwicklung der historisch und landschaftlich gewachsenen Gegend in diesem Dreieck zur Chefsache. Und lassen dabei einen wichtigen Mitspieler außen vor.

Mitten im Dreieck Teterow, Waren, Malchin liegt Ulrichshusen. Von dort ist die Initiative gestartet, die Region bekannter zu machen.
Silke Voß Mitten im Dreieck Teterow, Waren, Malchin liegt Ulrichshusen. Von dort ist die Initiative gestartet, die Region bekannter zu machen.

„Endlich!“, entfährt es Malchins Bürgermeister Jörg Lange. Endlich wagen die Bürgermeister der angrenzenden Mecklenburger-Schweiz-Städte Teterow, Malchin und Waren sowie der innerhalb dieses Dreiecks liegenden Gemeinden von Klocksin bis Gielow den Schulterschluss und machen ihre wohl beste wirtschaftliche Chance zur Chefsache: Die Entwicklung eines sanften Tourismus und der Marke „Mecklenburger Schweiz“.

Zwei Treffen auf Initiative des Ulrichshusener Schlossherrn Helmuth von Maltzahn und Touristikern dieser Gegend habe es schon gegeben, eins in Tressow, Gut Ulrichshusen, eins in Malchin. Ziel sei unter anderem die Wege-Anbindung und Bekanntmachung von Orten in einer besonders schönen Schlösser-Region abseits der Hauptradwanderwege wie Vollrathsruhe, Burg Schlitz, Blücherhof, Basedow, Bristow, Schorssow etc. Seit 15 Jahren nun habe sich Jörg Lange schon um den Radweg Malchin-Basedow bemüht. „Aber unsere Region wird unterrepräsentiert, während sich an der Müritz immer mehr Urlauber drängeln, als denen selbst lieb ist. Da könnte unsere Region für Entspannung sorgen.“

Tourismusverband zu Treffen nicht eingeladen

Ist das nicht Chef-Sache des Tourismusverbands? Seit aber die „Schweiz“ mit der Seenplatte zu Verantwortlichkeiten über eine Fläche von Feldberg bis Gnoien fusioniert ist und die Anlaufstelle fern in Röbel liegt, winken die Regional-Initiatoren ab und setzen lieber auf diejenigen, die das Geld verteilen: Zwei Landkreise, zwei Straßenbauämter. Zu den Treffen eingeladen war jedenfalls kein Tourismusverband, wie aus Einladungslisten hervorgeht.

Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann bemüht eine App in seinem Smartphone. Die schickt ihn längs der Straße zu Fuß von Teterow nach Teschow statt den schönen Radweg durch die Wiesen. „Alles Dinge, die bedacht werden müssen. Eine App erstellen. Dafür aber brauchen wir eine gute Breitband-Versorgung. Auch ein Problem. Gerade kümmern wir uns um eine bessere Netz-Anbindung in Teschow.“

Ein weiteres Problem: etliche Radwege-Anträge. „Unsere Radwege müssen daher auf der Prioritätenliste des Landkreises zur Priorität gemacht werden.“ Und: Die Grenzgänger zwischen den Großkreisen Seenplatte und Rostock, die die historisch und landschaftlich gewachsene Mecklenburger Schweiz jenseits aktueller administrativer Schranken ins rechte Licht rücken wollen, stoßen natürlich auf bürokratische Schranken. „Es ist gar nicht so leicht, Fördermittel zu gewinnen“, weiß die Ulrichshusener Ferienhausvermieterin Angela Stolz, eine der Initiatorinnen der ersten Stunde. Jörg Lange bleibt optimistisch: „Wer gar nicht erst anfängt, erreicht auch nichts.“ Ende April soll es in Waren mit dem dortigen Bürgermeister ein Treffen geben, und auch Stavenhagens Stadtoberhaupt soll involviert werden.

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