Probleme mit Jobcenter:

Mieter dürfen einfach abhauen

Gegenüber vom Jobcenter haben Hartz-IV-Empfänger aus Rey angegeben, dass sie ihre Wohnung gekündigt haben. Der Vermieter fiel allerdings aus allen Wolken.

In Rey wohnen immer mehr Menschen, die aufs Amt angewiesen sind.
Silke Voß In Rey wohnen immer mehr Menschen, die aufs Amt angewiesen sind.

Wolfgang Weich traute seinen Augen kaum: Die Mietzahlungen, die das Amt monatlich für einige seiner Mieter in Rey überweist, gehen nicht mehr ein. Eine Nachfrage beim Jobcenter ergab zum Erstaunen des in Hamburg lebenden Vermieters, dass seine Mieter nicht mehr in der Wohnung wohnen würden. Zumindest hätten sie das dem Amt gegenüber angegeben. „Und dann wird einfach, ohne das nachzuprüfen, die Zahlung eingestellt! Offensichtlich hat niemand eine Mietkündigung sehen wollen“, empört sich Wolfgang Weich darüber, dass das einfach so möglich sei und wie ungeprüft mit Steuergeld umgegangen werde.

Im Teterower Jobcenter habe er zudem mehrfach niemanden erreicht, mit dem er darüber hätte sprechen können. Auch ein Anruf im Einwohnermeldeamt Gnoien habe nicht gefruchtet: Eine Auskunft, wohin die Leute gezogen sind, könne aus Datenschutzgründen nicht erteilt werden.

Dieser sorglose Umgang mit Steuergeldern will Wolfgang Weich nicht in den Kopf. Zumal er privat sehr viel in etliche Häuser in Rey investiert habe. „Und dann muss ich noch dem Schlüssel hinterherlaufen, den sie im Schabernack mitgenommen haben! Sie können sich offensichtlich woanders anmelden und einfach dort das Geld vom Amt beziehen. Mieter kommen, Mieter gehen und machen sich auch noch einen Jux darauf!“

Im Teterower Jobcenter war die Auskunft zu bekommen, dass die Einrichtung „nicht involviert sei, wenn der Kunde Verträge mit Dritten schließt“ und „zivilrechtliche Verträge nichts mit unserer Grundsicherung zu tun haben.“ Das Amt sei für Forderungen aus Mietzahlungen nicht zuständig.

 

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