Aus dem Gerichtssaal:

Milde Strafen für brutale Schläger

Mit einer Riesenüberraschung endete der Strafprozess gegen fünf junge Männer. Sie hatten einen 30-Jährigen brutal zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Das Rostocker Landgericht blieb jedoch weit unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Für einen brutalen Übergriff aus dem Jahr 2013 wurden fünf Teterower am Donnerstag vom Rostocker Landgericht verurteilt.
Frank Rumpenhorst Für einen brutalen Übergriff aus dem Jahr 2013 wurden fünf Teterower am Donnerstag vom Rostocker Landgericht verurteilt.

Haftstrafen von zweieinhalb Jahren bis zu drei Jahren hatte die Rostocker Staatsanwaltschaft für fünf Teterower beantragt. Die Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren saßen wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank.

Obwohl die Angeklagten zu den Tatvorwürfen schwiegen, gab es für das Gericht keine Zweifel, dass sie am Abend des 8. Mai 2013 nach einer Feier mit Lagerfeuer und reichlich Alkohol den Teterower Andy W. lebensgefährlich verletzten.

Laut Zeugenaussagen trafen die Männer des nachts auf dem Schulkamp aufeinander. Das spätere Opfer ertappte das Quinett demnach bei dem Versuch, die Bühne des damaligen Hechtfestes umzustoßen. Er sagte nur: "Dumme Kinder". Aber das war aber wohl schon zuviel. Einer der Angeklagten riss den Plastikeinsatz aus einem Mülleimer und schlug Andy W. damit ins Gesicht. Faustschläge und Tritte folgten. "Den machen wir tot", will der Geschädigte noch gehört haben, bevor er das Bewusstsein verlor.

Die schweren Verletzungen seien zwar gut geheilt, hätten aber auch lebensgefährlich sein können, so ein Gutachter. Über zwei Wochen musste der Geschädigte in der Güstrower Klinik behandelt werden und war weitere fünf Wochen danach krank geschrieben. Andreas W. erkannte seine Peiniger auf Facebook und brachte so die Ermittlung ins Rollen.

Da die Angeklagten  durch ihr Schweigen nichts zur Aufklärung  der Tat beitrugen, war das Gericht auf die Zeugen angewiesen. Der Vorsitzende Richter betonte in seiner Urteilsbegründung ausdrücklich, dass alle Zeugen glaubwürdige Angaben machten. Zu Gunsten der Angeklagten bewertete das Gericht, dass sie nicht vorbestraft sind, aus einer Gruppendynamik heraus handelten und die Tat lange zurück liegt. Aber die Schwere der Verletzungen des Opfers und die Tatsache, das die Angeklagten zu fünft auf einen am Boden Liegenden eintraten, zeichnete für den Richter "ein hässliches Gesamtbild". Nur der jüngste Angeklagte sprach Andy W. im Gerichtssaal sein Mitgefühl aus. Er erhielt eine Jugendstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung.

Drei seiner Kumpanen wurden ebenfalls zu je eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Der fünfte Täter bekam eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Jeder Angeklagte soll außerdem 300 Euro Schmerzensgeld an Andy W. zahlen. Alle Verteidiger hatten Freispruch für ihre Mandanten gefordert.  

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