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Mit den Lehrlingen geht es bergab

VonSimone PagenkopfImmer weniger junge Leute werden in den Betrieben in den Teterower Gewerbegebieten ausgebildet. Die Stadt verschafft sich bereits seit 2002 ...

VonSimone Pagenkopf

Immer weniger junge Leute werden in den Betrieben in den Teterower Gewerbegebieten ausgebildet. Die Stadt verschafft sich bereits seit 2002 einen Überblick über Branchen und Beschäftigtenzahlen.

Teterow.Der Koppelberg ist dicht, der Vietsmorgen auch. Am Bocksbergweg sind neun Hektar frei. Der einzige Platz, den die Stadt Teterow in ihren Gewerbegebieten noch anbieten kann. Die Firma Miltenyi Biotec baut hier ihren Standort gerade weiter aus. Ein Anbau mit einer neuen Produktionsstätte ist fertig, ein Fertigwarenlager soll folgen, zudem Labors und Büroräume. Damit entstehen hier auch weitere Arbeitsplätze. Über 200 Mitarbeiter zählt das Unternehmen bereits, das Geräte und Materialien zur Therapie von Autoimmunerkrankungen produziert.
Insgesamt arbeiten in den drei Teterower Gewerbegebieten 1266 Leute. Das geht aus der aktuellen Statistik der Wirtschaftsförderung per Stand Ende vergangenen Jahres hervor. „Allerdings haben diesmal nicht alle Firmen an unserer Befragung teilgenommen, nur 75 Prozent“, räumt Carola Prusseit von der Stadtverwaltung ein.
Bereits seit 2002 sammelt die Verwaltung Daten aus den Unternehmen mit Zahl der Beschäftigten und der Lehrlinge. In jenem Jahr gab es in den Gewerbegebieten 69 Firmen mit 1025 Beschäftigten, darunter 41 Lehrlingen. Übrigens sind es mehr als 124 Hektar Gewerbeflächen, die die Stadt seit der Wende ausgewiesen hat. Die Zahl der Unternehmen schwankt zwischen 65 im Jahr 2005 und 74 im Jahr 2003. Im Jahr 2011 gab es in den drei Gewerbegebieten 73 Unternehmen, aktuell sind es 68.
Was der Blick in die Statistik vor allem zeigt: Es geht bergab mit der Zahl der Auszubildenden. Und zwar deutlich. Gerade mal 21 junge Leute absolvieren zurzeit eine Lehre in den unterschiedlichen Betrieben, im Jahr davor waren es noch doppelt so viele, im Jahr 2004 sogar 84. Was nicht heißt, dass es keine Lehrstellen mehr gibt. Allerdings fehlen Bewerber wie zum Beispiel im Bauhandwerk entweder ganz oder das Leistungsvermögen, mit dem sie antreten, reicht nicht aus, um die Lehre zu meistern, verhehlen Unternehmer nicht. Immer mehr Beschäftigte in den Betrieben sind inzwischen über 50 Jahre.
„Wer weiß, ob das mit der Gewerbeansiedlung mal so bleibt“, bemerkt Heike Bartz (sachkundige Einwohnerin) während der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsför-
derausschusses vor dem Hintergrund der gerade beschlossenen Steuererhöhungen (der Nordkurier berichtete). Jürgen Wasner (CDU) weiß, dass sich einzelne Firmen einst gerade wegen der vergleichsweise geringen Steuern für eine Ansiedlung in Teterow entschieden hatten. Man müsse sehen, was für ein Feedback seitens der Unternehmen kommt. „Auf jeden Fall ist das alles schmerzhaft“, kommentiert Jürgen Wasner das Haushaltssicherungskonzept, mit dem die Stadt nun aber die Genehmigung ihres 2013er Haushaltes erwartet.

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