Beim Online-Banking abgezockt:

Mit Trojaner um vierstelligen Euro-Betrag geprellt

Internet-Betrüger haben in der Mecklenburgischen Schweiz zugeschlagen: Der Fall zeigt, dass man ganz schnell auf dem Schaden sitzen bleiben kann, wenn die Sicherheitssoftware auf dem eigenen Computer veraltet ist.

Chris Wallbaum, Vorstand der Raiffeisenbank Teterow, demonstriert die Sicherheitshinweise für das Online-Banking.             
Eberhard Rogmann Chris Wallbaum, Vorstand der Raiffeisenbank Teterow, demonstriert die Sicherheitshinweise für das Online-Banking.  

Zuerst war es nur ein vager Verdacht, den Thomas B. hegte. Irgend etwas bei seiner Online-Überweisung stimmte nicht. Als sein Verdacht sich erhärtete, dass die angesagte Sicherheitskontrolle nur ein Vorwand für einen Zahlungsauftrag gewesen sein könnte, war es zu spät. Über einen Trojaner war er Betrügern in die Falle gegangen und hatte einen vierstelligen Euro-Betrag verloren.

Zwar eilte Thomas B. auf der Stelle in die benachbarte Bankfiliale. Auf dem Kontoauszug hatte er es schwarz auf weiß: Der Betrug war vollzogen. Die umgehend eingeleitete Sperrung des Kontos kam zu spät.

Sicherheitssoftware nicht auf einem aktuellen Stand

Tags darauf untersuchte ein Experte der Bank den Computer des Betrugsopfers. Er stellte fest, dass die Sicherheitssoftware nicht auf einem aktuellen Stand war. Thomas B. versuchte, gegenüber der Bank Schadenersatz einzufordern, doch das erwies sich als wenig erfolgreich. Dem Finanzinstitut war kein Versäumnis beziehungsweise eine technische Schwachstelle nachzuweisen. "Wir bieten den Kunden seit etwa 15 Jahren das Online-Banking. Es ist ein erprobtes und sicheres Verfahren. Wir haben jährlich Abertausende von Buchungen. Jetzt sind zwei Betrugsfälle aufgetreten", sagt Chris Wallbaum, Vorstand der Raiffeisenbank Teterow. In beiden Fällen habe die Technik voll funktioniert, den Kunden selbst wären Fehler unterlaufen.

Bei der Demonstration eines Überweisungsvorgangs macht der Banker deutlich, dass ein separates Gerät einen speziellen Code für jeden Vorgang generiert. Darauf hat niemand anderer Zugriff. Einzig der Bediener ist in der Verantwortung, die dort angezeigten Daten genau zu prüfen. "Hier kann sich Flüchtigkeit bitter rächen", rät der Banker zu höchster Aufmerksamkeit. Denn es gäbe Fälle, wie den oben genannten, da sei eine Rückbuchung nicht mehr möglich. Betrüger seien oft technisch hoch aufgerüstet und dreist. Sie agierten von Ländern aus, wo eine Strafverfolgung von Europa aus praktisch keine Aussicht auf Erfolg habe. "Das ist dann so, als sei das Portmonee gestohlen. Weg ist weg."