Amtlicher Bescheid:

Nach Lüge taucht MVgida ab

Das MVgida-Bündnis präsentierte einen amtlichen Bescheid über 1.004 Euro, die an einen Asylbewerber überwiesen werden. Inzwischen ist klar: Der Bescheid ist echt. Doch mit der Wahrheit nahmen es die MVgida-Leute dennoch nicht genau. Als es nicht mehr anders ging, zogen sie den Stecker.

Am Mittwoch war die Seite facebook.com/MVGIDA noch wie gewohnt erreichbar, inklusive des umstrittenen Beitrags. Am Donnerstag war die komplette Seite verschwunden.
Screenshot Simon Voigt Am Mittwoch war die Seite facebook.com/MVGIDA noch wie gewohnt erreichbar, inklusive des umstrittenen Beitrags. Am Donnerstag war die komplette Seite verschwunden.

Der Pegida-Ableger hatte zu Wochenbeginn auf seiner Facebook-Seite erklärt, dass ein einzelner Asylbewerber in Bad Doberan jeden Monat 1.004 Euro an staatlichen Zuwendungen bekomme. Als Beleg war das Foto eines behördlichen Bescheids zu sehen. Inzwischen ist klar: Er ist echt.

Was MVgida nicht zeigte: Die Summe steht nicht einer einzelnen Person zu, sondern einer vierköpfigen Familie. Das stellte der Landkreis Rostock inzwischen klar und betonte in einer Erklärung, man orientiere sich dabei an den Hartz-IV-Regelsätzen.

Andere Nutzer hatten Seite gemeldet

Auf der MVgida-Facebookseite hatten bereits einige Kommentatoren auf die falsche Darstellung hingewiesen, der Beitrag war aber trotzdem noch zu sehen. Das änderte sich am Donnerstag: Seitdem ist nicht nur der Beitrag, sondern die komplette Seite verschwunden.

Über die Gründe dafür kann nur spekuliert werden. Eine Möglichkeit: Die Betreiber haben die Seite selbst vom Netz genommen. Eine andere: Facebook hat eingegriffen. Einige Nutzer erklärten, dass sie die Seite an das US-Unternehmen gemeldet hätten. Der Vorwurf: „Hassbotschaften und Volksverhetzung“.

Die Facebook-Seite war ein wichtiger Kanal der fremdenfeindlichen MVgida-Bewegung, auf der sie die aktuellen Termine für ihre „Spaziergänge“ verbreitet hat. MVgida betreibt zwar zusätzlich eine eigenständige Internetseite, die aber zuletzt Anfang September aktualisiert worden ist. Die Präsenz auf Facebook dürfte daher die zentrale Plattform zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit gewesen sein. Zuletzt hatte sie fast 8. 000 „Gefällt mir“-Angaben.

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